Samstag, 29. September 2007

Exkursion nach Nusa Penida und Nusa Lembongan

Nach vier Tagen Seminar und endlose Präsentationen, wurden wir heute für unsere harte Arbeit entlohnt: auf dem Plan stand eine Exkursion nach Nusa Penida zu einem Stromkraftwerk und in ein kleines Dorf und nach Nusa Lembongan, eine winzige Insel südöstlich von Bali, die zwar touristisch erschlossen ist aber dennoch einem Traumparadies gleicht.

Aber von vorne:

Um sechs Uhr früh stand der Bus vor der Tür, der uns nach Padangbai bringen sollte, damit wir von dort mit dem Boot zur Nusa Penida übersetzen können. In Padangbai angekommen (fast eine Stunde zu früh, weil unser Busfahrer nebenberuflich Rennfahrer zu sein scheint...), sind wir erst mal in eins der zahlreichen Cafés zum Frühstücken (lecker Kaffee und Früchte!) und dann vorbei an den 1000 Sonnenbrillen-, Sarong-, und Eisverkäufern und an den Strand, wo unser Boot dann auf uns wartete.



Reingehüpft und losgefahren... Joah, meinem Magen gings soweit nicht so gut, bin ja da ein bißchen anfällig fürs Boots-Geschaukel... Aber gut, lang hats nicht gedauert (40min) und wir waren da.

(Kathi S., Kathi F., Kathi D. und ich)





Auf der Nusa Penida angekommen, wurden wir gleich von mehreren kleinen Busen abgeholt, die uns zu einem Stromkraftwerk bringen sollten. Dieses Kraftwerk wird von PLN betrieben, die Firma, die diese Exkursion finanziert hat. Dort wurde uns viel über das Kraftwerk selber, über die Stromversorung Balis und über die Stromversorgung der Nusa Penida im Speziellen erzählt. Sehr interessant und auch erschreckend: das Kraftwerk verfügt nur über eine 17%ige Rentabilität, was bedeutet, dass sie nur 17% mehr Energie gewinnen, als sie reinstecken.
Auf der Insel gibts es nur etwa 9000 Einwohner und davon haben sechs Dörfer gar keinen Strom, nämlich die, die sich auf der anderen Seite der Insel befinden.



Nach der Besichtigung der Anlagen gings wieder in die Buse und wir sind weiter hügelaufwärts in die Dörfer. Und hügelaufwärts heißt dann schon mal 40% Anstieg. Das ging dann auch nur mit Arme in den Eisengestängen der Buse verhaken, denn sonst wären wir hinten aus den offenen Busen rausgepurzelt... Die Fahrt dauerte 40min und war (nicht zu letzt Dank der Auspuffgase) wesentlicher Übel erregender als die Bootsfahrt ;-)
Einmal wurde auch kurz angehalten, um die Szenerie schön in digitalen Bildern einzufangen, oder - und das halt ich am Wahrscheinlichsten - damit die Motoren ein wenig abkühlen können...

Das Ziel unserer Schaukeltour war ein kleines, abgelegenes Dorf in den Bergen, in dem wir die "richtigen" Balinesen kennen lernen sollten. Im Klartext: dort, wo noch nie jemand einen Europäer zu Gesicht bekommen hat. Was wir da zu suchen hatten? Tja, diese Frage hab ich mir auch mehr als einmal gestellt... Die Aufgabenstellung war folgende: Wir sollten mit Hilfe was wir bisher gelernt hatten - balinesische Kultur und Brauchtümer, Verhaltenskodex, Bahasa Indonesia, etc. - herausfinden, womit die Leute ihren Lebensunterhalt verdienen und wie sie so leben.

Joah, klingt einfach is aber nicht so ;-) Denn unsere Sprachkenntnisse beschränken sich leider noch auf die Fähigkeit Essen zu bestellen und den Preis für ein Strandtuch runter zu handeln ;-)


Als wir in dem Dorf ankamen, war gerade die Schule zu Ende und bevor wir uns versahen, waren wir auch schon von einer Scharr Kindern umringt, die uns mit großen Augen anstarrten (mich im besonderen: hab die blaseste Haut...) . Hmm, war schon komisch: wer waren jetz genau die Affen im Zoo, die beglotzt wurden? Die Leute in dem Dorf von uns, oder wir von den Einwohnern? Man weiß es nicht, und das war auch wirklich gut so, denn so konnten sie gleich mal beide Seiten ein bißchen entspannen.




Wir wurden dann auch gleich vom Chief des Dorfes zur Gesprächsrunde auf seinen Hof eingeladen, und dort hat er uns erst mal von der (wirtschaftlichen und sozialen) Lage des Dorfes erzählt. Wie zu erwarten herrscht Wasser-, Elektrizitäts-, und Geldmangel. Allerdings wurde ich bei seinen Ausführungen bald stutzig, denn er meinte, dass er nicht alle seiner vier Kinder zur Schule schicken könne, denn die Grundschule koste 50.000Rupiah und die weiterführende Schule koste 600.000Rupiah im Monat und das könne er sich nicht leisten. Als Dorfoberhaupt? Und mit Fernseher im Wohnzimmer? Und wie kommts, dass eine riesige Kinderschar in Schuluniform um uns rum tollte??? Alsoooo, ich weiß ja nicht so recht...
Dieser Eindruck hat sich dann auch verstärkt, als er davon sprach, dass die Regierung hier nichts tun würde und dass wir ja vielleicht was tun könnten, denn selber können sich sich nicht helfen. Hm.

Später haben wir uns dann in 3 Gruppen aufgeteilt und haben jeweils eine Familie im Dorf besucht (jede Gruppe wurde von einem Muttersprachler begleitet: Dewa, Yuli (arbeiten beide für den EOC) oder einem Mitarbeiter der PLN). Dort sollten wir nochmal über ähnliche Themen reden, um die individuellen "Nöte" der Leute rauszufinden.
Wir kamen zu einer Familie mit vier Kindern, alle im Grundschulalter oder jünger. Der Vater hat sich mit uns (bzw. mit unserem Übersetzer) unterhalten und wir haben schnell rausgefunden, dass der "Bürgermeister" nicht so ganz die Wahrheit erzähl hat: Die Grundschule ist kostenlos, die weiterführende Schule kostet 50.000Rupiah im Monat. Die Familie hat Land, Hühner und Tabak. Was allerdings stimmt ist, dass die Wasserzufuhr schlecht ist und die meisten Leute keinen Strom haben. Dennoch gehen die meisten Kinder zur Schule und wenn sie fertig sind gehen sie nach Denpasar oder Jakarta an die Uni, wenn sie gut genug sind und es sich die Eltern leisten können. Das Problem hier ist, dass die jungen Leute nicht mehr zurück ins Dorf kommen, sondern in den großen Städten bleiben und dort arbeiten. So können sie zwar die Familie unterstützen, aber die Dörfer sterben aus, und nur die ganz Armen bleiben zurück...


Nachdem wir den Kindern noch allerlei Süßes geschenkt haben gings für unser wieder zurück ins Tal und an die Küste und wir setzten nach Nusa Lembongan über, wo wir in den kleinen Restaurants zu Mittag essen und über unsere Eindrücke diskutieren konnten.

Zu guter Letzt hieß es noch einmal Schiffchen fahren zurück nach Bali (Mando Diao hören und die Arme über Board baumeln lassen, um die Wellen zu berühren sind ein gutes Heilmittel gegen Seekrankheit und macht super Stimmung!!!).

Ein paar Eindrücke:
Religion ist hier überall: ein sitzender Buddha in dem Café, in dem wir gefrühstückt haben

Die Dorfschule

Berg- und Talfahrt

Muschelsuche am Traumstrand: Marcus, Kathi F. und Malte

Der Strand auf Nusa Penida, von Touristen völlig unberührt

Mittagessen auf Nusa Lembongan

Zurück auf Bali - Aussteigen von der Kuda Putih (Weißes Pferd)


mehr Bilder gibts hier

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich beneide dich um diese vielen wunderschönen Strände *sabber* ich sitze hier und schreibe meinen Bericht :.o(
Aber dein DHL-Paket ist wieder hier angekommen, seit heute haben wir wieder viele warme Sonnenstrahlen über Bayern. :o)
Vielen lieben Dank, hoffe das Paket war nicht zu teuer ;o)
Bussi
Carina

Anonym hat gesagt…

Deine Bilder und Eindrücke steigern meine Vorfreude auf Bali ins Unermessliche. Zähl die Tage schon bis ich das alles selber live erleben kann. Ich hab den schlimmen Verdacht, dass unsere zwei Wochen vieeel zu kurz sein werden! Stimmts?

No denn, mach bitte weiter so. (Viell. noch ein paar Fotos von Äffchen & Co.? *g*)

Bussi und Drücker, deine Mamutschka

Anonym hat gesagt…

das sind ja so schöne fotos!!!! kannst du dir nicht ein stückchen von dem traumstrand kaufen? ;-)
es war bestimmt interessant mal zu sehen wie die leute am dorf wirklich leben. gar nicht so einfach... aber lasst euch keine bären aufbinden! liebe grüße franzi