Sonntag, 27. Januar 2008
Der Countdown läuft...
ich weiß ich hab euch in den letzten Wochen aufs fahrlässigste vernachlässigt (ziemlich lässig, was?), aber wisst ihr was, ich hab einfach die beste Entschuldigung wo gibt: ich hab soviel erlebt, dass es mich ein Parallelleben gekostet hätte, um immer fleißig alles in einem Post fest zu halten.
Ich hoffe, ihr verzeiht es mir und genügt euch mit dem Versprechen, dass ich euch alles in den schillerndsten Farben erzählen werde, sobald ich wieder in der Heimat bin...
Bis dahin (und das dauert jetz na nun wirklich nicht mehr lange) könnt ihr euch schon mal die Bilder ansehen, die in der Zeit entstanden sind:
- Bowlen
(ja, auch das kann man in einem Entwicklungsland)
- Weihnachten
(das Fest der Liebe mal ganz anders)
- Silvester
(das erste Mal, dass ich mir nicht gewünscht hab, ich wär um zehn ins Bett gegangen...)
- Exkursion
(die letzte große Tempeltour, inklusive Besuch einer Tofu-Fabrik und Ikat-Weberei)
- Zeugnisübergabe
(yeah, überall eine 1,.. so darfs immer sein...)
- Kuta Beach
(das Surferparadies und die Touristenfalle #1 auf Bali)
- Best of Mbargo & Bounty
(mein größtes Geständnis: ich bin zur Disko-Maus mutiert...)
- Java Rundreise
(musst ich leider wegen Krankheit abbrechen, aber war trotzdem fantastisch!)
- Die letzten Tage im Paradies
(ein letztes Mal Tauchen und am Dream Beach schwimmen, sonnen und Cocktails schlürfen)
Ich freu mich auf euch alle!!!
Die liebsten Grüße,
eure Verena
Samstag, 22. Dezember 2007
Um Kommentare wird gebeten...
Ich weiß ja eigentlich nicht, wie viele Leute mein Geschreibsel eigentlich lesen, deshalb: hinterlasst doch einfach mal nen Kommentar am Ende der Einträge... Würd mich freuen :-)
Die liebsten Grüße,
eure Verena
Dienstag, 18. Dezember 2007
Finding Nemo - Open Water Diver
Als Student der Udayana University bekommt man den Kurs und das Hotel zum halben Preis (gilt übrigens auch für sämtliche Freunde und Verwandte der Studenten, falls noch jemand last-minute vorbei schauen will...). Ein paar von uns haben den Kurs schon vor vier Wochen gemacht und kamen aus dem Schwärmen nicht mehr raus, also haben Ina, Anne und ich beschlossen: da müssen wir auch hin!
War suuuper! War mir anfangs nicht soooo ganz sicher, ob mir Tauchen Spaß machen würde, weil mir beim Schnorcheln schon immer die Luft weg blieb (hab zu tief und zu schnell durch das Röhrchen geatmet), aber es ist wirklich fantastisch.
Wir wurden am Sonntag morgen in Kuta abgeholt und ins Tauch Terminal nach Tulamben gebracht. Dort haben sie uns gleich mal in die Anzüge und die Ausrüstung gesteckt (schnauf!!) und in den Pool "geschubst". Die Theorie-stunden gabs hinterher :-)
Im Pool haben wir gelernt, richtig zu atmen, die Mundstücke zu wechseln, unter Wasser die Taucherbrille abzunehmen und eine Atemnot-Situation durchzuspielen. Die nötigen Handzeichen, um sich unter Wasser zu verständigen wurden uns natürlich auch beigebracht. Schwierig: das Zeichen für "alles ok" und "Auftauchen" kann im Affekt schon mal verwechselt werden :-)
Am zweiten Tag gings dann auch gleich ins Meer und wir haben dort die gleichen und noch mehr Übungen gemacht. Weil wir drei Naturtalente sind, wie uns von unseren beiden Tauchlehrern versichert wurde, konnten wir beim zweiten Tauchgang an dem Tag schon viel sehen und weit rumtauchen.
Am dritten Tag durften wir dann am Wrack der U.S.A.T. Liberty tauchen, einem amerikanischen Frachtschiff, das auf dem Weg von Australien zu den Philippinen auf Höhe von Lombok von einem japanischen U-Boot abgeschossen wurde und noch bis Tulamben geschleppt werden konnte.
Die Unterwasserwelt ist der absolute Wahnsinn! Man fühlt sich frei wie ein Vogel (wenn auch im Wasser) und Worte reichen eigentlich kaum, um das Gefühl zu beschreiben. Von daher, seht euch die Bilder an, auch wenn sie den Farben nicht ganz gerecht werden, aber sind sind gut genug um eine Ahnung zu bekommen, was ich meine :-)
Samstag, 15. Dezember 2007
... say goodbye
Nachdem wir es uns da bei Paninis, Salat und viel Wein schon sehr gut gehen haben lassen, war es Zeit für Teil zwei der Überraschung, also schnell rein ins gerufene Taxi, auch wenn die Fahrt nicht weit ging, denn unser nächstes Ziel war das "Ku De Ta".
Diese Lounge ist ohne Übertreibung einer der schönsten Plätze auf Bali. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich. Gedacht als eine Kombination aus Restaurant (unerschwinglich!), Bar und Lounge, zieht es vor allem die Reichen und Schönen aus Bali und aus Jakarta an. Und die Cocktail-Liste! Seiten über Seiten mit leckeren Mischungen aus gutem(!) Alkohol und frischen Zutaten. Mein absoluter Favorit: Very Berry Martini. Martini mit frisch-gemixten Waldbeeren. LECKER!!! Und mit dem very stylischen Martini-Glas in der Hand kommt man sich auch gleich mal vor wie ein Mitglied der oberen Zehntausend :-)
Das beste am Ku De Ta sind allerdings seine Liegen an der Strandseite. Erhöht überm Strand hat man einen grandiosen Ausblick aufs Meer. Egal ob bei Tag, bei Sonnenuntergang oder nachts. Im Dunkeln wird das brandende Meer von zahlreichen Scheinwerfern angestrahlt, traumhaft.
Und wenn man dann auf einer dieser Liegen liegt, hat man die Qual der Wahl, ob man lieber das beleuchtete Wellenrauschen oder den schönen Sternenhimmel über einem bestaunt.
Weil diese Liegen dementsprechend gefragt sind, und man sie leider nicht reservieren kann, hat sich Klein-Verena am Tag vorher schon mal ins Ku De Ta begeben und einen der Kellner bestochen, damit sie auch auf jeden Fall eine bekommt, wenn sie mit ihren zwei Lieblings-Kommilitonen da hin kommt :-)
Donnerstag, 13. Dezember 2007
The Show is over...
- Bahasa Indonesia (Sprachkurs)
- Intercultural Management Competence
- Indonesia as a developing and industrialised country
- International Business
- Project Cycle Managment
- Cost Benefit Analysis
- International Marketing
- Analysing Asian Countries using Diamond, Porter, Florida
16 Wochen voller Stress, durchgearbeiteter Nächte und so mancher Ärger über die Unfähigkeit mancher Professoren sind vorbei. Und zum Glück fällt mein Fazit trotzdem positiv aus, denn ich hab ne ganze Menge gelernt. Und dank einem tasmanischen Professor (Rob Hecker) bin ich jetzt auch wieder mit Marketing versöhnt.
Nur eines steht nach diesem Semester eindeutig fest: die Entwicklungshilfe ist nichts für mich. Denn da wird gedreht und geschraubt, bis die zahlreichen und langwierigen wirtschaftlichen Analysen die Ergebnisse liefern, die gebraucht werden, um an gewünschte Gelder zu kommen. Was man nicht weiß oder beweisen kann, wird einfach angenommen (und zwar so, dass es ins eigene Konzept passt). Das ist nicht für mich, ich halt mich lieber an harte Fakten :-)
In unserem letzten Seminar haben sich meine Gruppe und ich (danke an Katharina, Katharina und Dominik) nochmal richtig ins Zeug gelegt, und so konnten wir unsere Abschlusspräsentation schon am Donnerstag halten, vor allen anderen, die erst am Freitag referiert haben. War stressig, aber hat sich gelohnt, so konnten wir unser ganz eigenes Semester Ende schon am Donnerstag feiern. Erst bei einem suuuuper leckeren Essen in einem marokkanischen Restaurant in Seminyak und dann in Kuta. Leider allerdings im scheiss Bounty, weil sonst nirgendwo was los war. Ich hab die Pleite genutzt, um eine Feldstudie im Bounty durchzuführen. Die Bilder davon können in meiner Galerie bestaunt werden und ein aussagekräftiges Video gibts auch, kann ich nur leider nicht online stellen, weil es 50MB hat und das auch die beste Internetverbindung auf Bali hier nicht hochgeladen kriegt :-)
Mittwoch, 21. November 2007
Sonnige Vorweihnachtszeit
Auf Spekulatius muss ich zum Glück nicht verzichten, denn die Balinesen mögen die das ganze Jahr und deshalb gibt’s es die das ganze Jahr im Supermarkt zu kaufen...
Auch wenn die christliche Religion hier nicht sehr verbreitet ist, gibt es doch überall die Vorboten von Weihnachten (ok gut, nur da, wo Touristen hinkommen, aber egal!). Und so gibt es bei Starbucks jetz rote Weihnachtsbecher und Weihnachtsspecials zu trinken. Auch sind die Shoppingmalls schon weihnachtlich dekoriert. Ich dachte ich lass mal ein Foto von mir (in Sommerklamotten) mit einem winterlichen Weihnachtsmann machen, damit ihr eine Idee bekommt, wie sich das so anfühlt, wenn man mit Rock und FlipFlop durch eine künstliche Winterlandschaft schlendert :-)
So, ich denke die Frage des Heimkommens kann ich mittlerweile auch beantworten. Ich hab beschlossen, dass ich bis zum 31. Januar hier bleiben werde, einfach aus dem Grund, weil ich dumm wäre es nicht zu tun. Wann komm ich schon nochmal nach Indonesien und hab die Gelegenheit mir Land und Leute innerhalb mehrerer Wochen anzuschauen? Eben - gar nicht. Denn das Studium neigt sich allmählich dem Ende zu (nur noch 2 Semester!!!) und dann steht mir die stressige Arbeitswelt bevor und mit 24 Tagen Urlaub im Jahr ist dann auch nicht mehr viel mit mehrwöchigen Rucksack-Reisen durch fremde Länder...
Schwesterherz, ich hoffe, du kannst dich an den Gedanken gewöhnen, dass ich Weihnachten nicht heim komme und freust dich für mich, dass ich hier eine so gute Zeit hab :-)
Zu deinem Geburstag bin ich dann rechtzeitig da und wir können gleich doppelt feiern, mit doppelten Geschenken für dich, das ist doch auch was, oder?
Montag, 19. November 2007
Allgemeines (Wohl)befinden
Geneigte Leserschaft,
Im Moment ist grad wieder Vorlesungszeit und seit heute hören wir die Vorlesungen zum Thema „Cost-Benefit-Analysis“ und kaum zu glauben aber wahr, auch aus diesem - eigentlich ein rein finanzwirtschaftliches Thema - kann man wunderbar wieder eine Vorlesung zum Thema Indonesiens Wirtschaft, Kultur und Entwicklung machen, wie wir sie jetz ungefähr zum fünften Mal hören.
Jaaa, ich bin angenervt von der Uni, denn wir zahlen einen stolzen Batzen Geld (3600€ um genau zu sein) und bisher hab ich nicht den Eindruck, als wären alle Seminare ihr Geld wert, was ziemlich ärgerlich ist, nicht war?!
Unsere derzeitige Professorin kommt aus Österreich, lehrt allerdings schon seit mehreren Jahren an der Uni in Jakarta, Java. Sie vertritt die Meinung, dass wir doch die Gelegenheit nutzen sollten, dass sie die ganze Woche zu unserer Verfügung steht, und deshalb starten wir jeden Morgen um neun Uhr und beenden die Vorlesung erst, wenn es nichts mehr zu diskutieren/erzählen gibt, was meist so gegen fünf oder sechs Uhr sein wird. Darüberhinaus gehen unsere Blöcke nicht 90min, wie wir es von daheim gewohnt sind, sondern dauern 2,5Std, schließlich sind wir hier in Indonesien. Allerdings wird von uns „Europäischer Standard“ in der Leistungsbringung gefordert, die wiederum nach „Europäischem Standard“ benotet wird. Ach ja. Nach dem ersten 2,5Std Block haben wir dann heute auch 15min Pause bekommen, in denen wird dann aber schon die nächste Übung vorbereiten mussten, die anschließend von jeder Gruppe vorgetragen werden musste... hmmmmm. Unsere Mittagspause war dann auch ganze 30min lang, genug Zeit um aus der Tür zu stürzen, auf den Roller zu springen, aus dem Parkplatz zu balancieren und heim zu düsen um in 15min 2 Käsebrote, ne Tomate und ein Glas Orangensaft runterzustürzen und wieder in die Uni zurück zu hechten. Grrrrrrrrrrrrrrrr....
Wenn ich die Punkte nicht unbedingt bräuchte, würd ich sagen: ihr könnt mich mal, ich mach Urlaub auf den Gilis oder am Dream Beach auf Nusa Lembongan, denn das Wetter ist wirklich herrlich. Es hat seit einer Woche nicht geregnet, die Luftfeuchtigkeit ist auf ein erträgliches Level zurückgegangen, die Sonne strahlt und der Wind würde einen netten Nachmittag am Strand garantieren. Buuuuuuuhuuuuuuu.....
Was zum Teufel mach ich auf „Holiday Island“ wenn ich den ganzen Tag in einer furchtbar langweiligen Vorlesung sitze, das Internet nicht nutzen kann, weil Jan - der EOC Praktikant - der Meinung ist, dass wir so gezwungen wären, der Vorlesung zu folgen. Pah! Dann schreib ich meine emails halt im Outlook vor und tipp meinen blog in Word. Ich bin doch nicht doof! Und trotzdem find ichs super bescheuert, dass wir hier bevormundet werden als wären wir im Kindergarten... Sehr professionell.
Ok, mein Blutdruck schwebt grade schon wieder in schwindelerregenden Höhen, deshalb krieg ich mich jetz ganz schnell wieder ein (Frustrationslevel und so, gelle...) und schreib lieber über was anderes, schöneres.
Ich hab bisher noch nicht soviel über die Leute hier geschrieben, deshalb will ich das jetz nachholen. In meinem Haus wohnen Jan (der Praktikant), Jeroen (der Holländer), Birte (die Kuta-Maus) und Dominik (der Informatiker). Mein Lieblingsmitbewohner ist by far Dominik und zusammen mit ihm und Katharina verbring ich auch die meiste unserer kostenbaren freien Zeit. Dominiks Vater ist Balinese, dessen Geschwister und Anverwandte alle auf Bali leben. Heißt für uns, dass Dominik uns immer mit kostbaren Insiderwissen und anderen nützlichen Dingen (z.B. ner Kaffeemaschine) versorgen kann.
Aber nicht nur das. Wir verstehen uns richtig gut, weil wir so ziemlich die gleiche Einstellung zum und Erwartungen vom Studium, Leben, Arbeiten, etc. haben. Zusammen mit Katharina teilen wir auch noch die gleiche Unart an Humor, was erklärt, warum wir problemlos und gerne den ganzen Tag und alle Abende gemeinsam verbringen. Entweder in der Uni beim Arbeiten, oder am Strand, oder bei Starbucks, oder beim Abendessen, oder beim Shoppen in Kuta, oder beim Weggehen oder bei unserer Lieblingsbeschäftigung: dem Filmschauen und Schlafen am Balkon. Weil es nachts nur wenig abkühlt, ist es im Haus meistens ziemlich warm und seit neuestem auch schwül-feucht. Deshalb schlafen wir wann immer es geht (was bedeutet, wenn es nicht regnet) aufm Balkon, weil es da am Angenehmsten ist. Das endet meistens so, dass wir uns verquatschen, es unglaublich spät wird, und wir dann nur nach ein paar Mützchen voll Schlaf das Feld räumen müssen, weil es ab halb sieben morgens zu heiß draußen wird. J
Und dann gibt es da ja noch ein „heikles“ Thema, das viele, wenn nicht sogar die meisten von euch schon mitbekommen haben: Should I stay or should I go?
Mein Heimflug ist eigentlich für den 23. Dezember gebucht. Allerdings bleiben alle anderen EOC Studenten länger. Bis Januar oder noch länger. Auch Katharina und Dominik. Und jetz weiß ich nicht, ob ich nicht vielleicht meinen Aufenthalt hier verlängern sollte. Allerdings geht Katharina mit einer Freundin ab Anfang/Mitte Januar auf Reisen und Dominik’s Freundin kommt über Weihnachten und bleibt bis zum 9. Januar.
Soll ich jetzt bleiben und riskieren, das wir drei sowieso nicht die Zeit wie jetzt miteinander haben und es dann nicht wirklich Sinn macht hier zu sein, oder soll ich zu Weihnachten heim kommen und mich dann ärgern, weil ich nicht versucht hab, soviel Zeit wie möglich mit zwei lieben neuen Freunden zu verbringen, die ich in Deutschland nicht regelmäßig sehen kann, weil sie zuweit weg wohnen (Aachen, Flensburg). Auch würde ich so noch Zeit haben, mir Bali und Java noch ein bißchen genauer anzuschauen...
Das Thema ist offen zur Diskussion und ich würde mich sehr über eure Meinung und Ratschläge freuen!
Es grüßt euch herzlichst,
eure Verena