Sonntag, 25. Februar 2007

SBAC - oder: die wissen schon, dass ich nur ein Praktikant bin, oder?

Jaaa, also, jetz hab ich ja schon die erste Arbeitswoche hinter mir...

Und: so leicht, wie hier war mein Einstieg noch niergendwo. (Ich denke mit Grauen an meine erste FSJ-Woche zurück). Hier waren alle gleich offen und freundlich und sind auf mich zugekommen, haben sich vorgestellt und mich willkommen geheißen. War gleich die Büro-Sensation, dass die neue Praktikantin da ist ;-)
Ja, dann hab ich meinen eigenen Schreibtisch mit Computer und Telefon bekommen, an einem Vierer-Eck zusammen mit meinen Kollegen aus der Marketing Abteilung. Mein Chef sitzt erst bei der Nachbargruppe ;-) (achja: Großraumbüro). Nur die oberste Chefin hat ihr eigenes Büro: Sally.
Unser Eck is so die Mulit-Kulti-Corner: da wären: Jorge aus Spanien, Agata aus Polen und ich. Die beiden haben zusammen jweils zu 50% gemacht (neben anderem), was ich dann ab nächster Woche alleine machen darf. Das „market information center“. Puh, na, da bin ich ja schon gespannt. Außerdem gibt’s dann einen Schreibttischwechsel im Büro (ich bleib wo ich bin) und dann hab ich nur noch original Londoner um mich: Lucy, Gen und Jil. Tja, gut für mein Englisch!

Ja, was erleb ich denn so? Ich geh um acht morgens ausm Haus und fahr mit dem Zug zur Waterloo Station, von dort mit dem 77er Bus weiter in die Arbeit: Albert Embankment, direkt an der Themse. Im übrigen, mein Ausblick: (ihr dürft ja ruhig ein bißchen eifersüchtig sein *g*)

Ja, dann check ich erst mal die tausend emails die ich morgens krieg. Alle wichtig für meine Internetrecherche für unser Marketingportal...
Also, mit dem Inhalt meiner Arbeit langweil ich euch mal nicht, denn nicht jeder studiert Wirtschaft und/oder interessiert sich dafür....
Dann is es irgendwann Mittag und ich kann eine Stunde Pause machen. In der Theorie. Denn meine Streber-Kollegen schlingen einfach nur ein Sandwich runter, das der Sandwich-Man jeden Tag um die Mittagszeit in nem großen Korb mit viel Auswahl ins Büro bringt. Am Schreibtisch versteht sich. Also ich hab das einmal gemacht, und werd in Zukunft wieder rausgehen, sonst zieht sich der Arbeitstag nämlich EWIG! Und ehrlich: die Sandwich hängen mir jetz schon zum Hals raus (hab mir am Freitag gleich mal Volkornbrot beim Aldi umd die Ecke gekauft...). Manche meiner Kollegen, die Nicht-Streber gehen ins Nachbargebäude, da gibt’s ein italiensiches Lokal, dass auch eine große Vielfalt an Paninis, Chiabatas und natürlich Sandwiches anbietet. Für Londoner Verhältnisse sogar ganz günstig. Und das Mozzarella-Parmaschinken-Chiabata schmeckt wie in Italien: grandios!
Ja. Wenn ich dann den Nachmittag rumgebracht hab, is es dann auch irgendwann halb sechs und ich hab Feierabend. Allerdings auch wieder nur in der Theorie. Denn meine Streber-Kollegen denken da noch lange nicht ans heim gehen. Na, mirs solls recht sein, ich geh trotzdem ;-)
Und dann geht’s zurück nach Ladywell mit Bus und Bahn und dann bin ich meistens auch erst so um halb acht wieder da, gequetscht von dem Gedränge der Business-people im Zug ;-)
Apropos Business: also Klamotten-mäßig sind die im büro ja ganz schlimm: immer top gestylt, jeden tag was anderes ausgefallenes... da muss ich mich echt anstrengen, mit zu halten... Und sowas wie nen Casual-Friday gibt’s auch net :-(

Moment: hinterlass ich grad den Eindruck als würde es mir net gefallen? Nein, nein, das stimmt nicht, mir machts echt Spaß und es is echt witzig dieses Gewusel dieser ganzen Business-Menschen. Nur hab ich im Moment noch so den Eindruck, als wär ich nur Zaungast ;-)

Am meisten mag ich aber den Weg nach Hause. An jeder Ecke kriegt man „thelondonpaper“ oder „londonlite“ oder irgend ne andere kostenlose Stadtzeitung in die Hand gedrückt. Die lies ich dann immer aufm Weg heim. Die wichtigsten Schlagzeilen im Moment: Britney Spears und ihre geschorenen Haare, der Streit um die Beerdigung von Ana Nicole Smith, die Aussendung von Prinz Harry in den Irak, die Morde unter Londoner Jugendbanden, und und und...

Was ich bisher lernen durfte:

$750 - the forfeit Brad Pitt owed co-star Eric Bana for hitting him in fight scenes while filming Troy.

16 - the number of “future experts” hired by Steven Spielberg to brainstorm the year 2054 for Minority Report

2 - the number of A-levels passed by Prince Harry - a D in Geography and a B for Art

163 - million cups of tea are quaffed every day in England alone

3 - only three people have ever turned down an Oscar, including Marlon Brando for The Godfather

700 - the number of different cheeses made in the UK

So dala, soviel für heute…

Och, morgen is ja Monday Moorning Meeting, da soll ich was über unsere Abteilung sagen, die spinnen ja, das mach ich nicht! Da weiger ich mich einfach! I don’t speak English ;-)

Donnerstag, 22. Februar 2007

Sightseeing!

So, meine Lieben, eigentlich hab ich diesen Post schon mal geschrieben, aber kurz bevor ich ihn speichern konnte, hat mein Firefox-Browser beschlossen, dass er ein Problem feststellen muss und sofort alles schließen muss!!! Also, nochmal von vorne (im übrigen bin ich jetz schlauer und tipp erst mal im Word...):

So, wo war ich, ach ja: Sightseeing in London. Ja, da gibt’s ja einiges zu sehen:

Donnerstag, 16.2.:

Das erste Ziel unserer Touri-Tour führte uns direkt in London’s Shopping Paradies: Harrods! Allerdings nicht für unseren Geldbeutel, daher blieb es nur beim Bestaunen aller möglichen und unmöglichen Konsumgüter, die sich hier in tollem Ambiente auf sechs Stockwerke verteilen. Das derzeitige Highlight: Eine Ausstellung über die Geschichte der E-Gitarre mit echt schmucken Ausstellungsstücken. Lustigerweise befand sich das Ausstellungsgelände in der Kühlrschrankabteilung ;-)

Nach einer kurzen Pause beim Starbucks gegenüber (alternative auch Carinisch: Buckstar...!) haben wir uns dann aufgemacht in Richtung National History Museum (siehe Bild) inkl. einem kurzen Abstecher an die Hyde Pack Corner, weil wir den falschen Bus genommen hatte ;-) Dort angekommen mussten wir leider erst mal feststellen, dass wir nicht ins Museum können, weil dort derzeit die London Fashion Week 2007 statt findet. Im Museum? Jawohl! Gut, das Spektakel hätte wir uns natürlich auch angeschaut, allerdings war die Schlange der Besucher am Eingang so lang, dass man deren Ende am Horizont schon gar nicht mehr erkennen konnte... Daher haben wir uns kurzer Hand entschlossen gen Notting Hill aufzubrechen. Ihr wisst schon: Hugh Grant und die bunten Türen und so ;-)

Leider war auch die Portobello Road eine kleine Enttäuschung, da da unter der Woche echt der Hund begraben ist, also haben wir es dabei belassen, die Gegend mit dem Bus zu erkunden und davon zu träumen, mal eine dieser schicken Villen hier zu besitzen... (Für den Anfang würden wir uns allerdings auch mit einem der weißen Reihenhäuser mit einer blauen oder roten Tür zufrieden geben, zut Not auch mit ner grünen...)

Freitag, 17.2.:

Für diesen Tag hatten wir uns ein echtes Ungetüm ausgesucht: den Tower of London. Trotz Studentenrabatt mussten wir noch stolze 12Pfund Eintritt zahlen und weils dann eh schon wurscht war, haben wir uns auch gleich noch einen Audio-Guide gegönnt, der uns durch das Gelände mit interessanten Kommentaren führen sollte. Im Nachhinein war das eine echt gute Investition, weil sich das Tower-Gelände auf eigene Faust vielleicht als eher langweilig entpuppt hätte. (Solche Audio-Guides hätte sie uns auch schon geben sollen, als wir in der neunten Klasse mit der Schule dort waren, dann hätt ich mich auch mehr an unseren Besuch dort erinnert...). Aber so konnten wir echt interessante Dinge entdecken und viele Fotos schießen. Das Lustigste war wohl, als in den königlichne Gemächern ein kleines Schauspiel auf uns wartete: vier gut (ver)kleidete Schauspieler boten einen kleinen Einblick in das Leben damals und haben auch die Kinder gut mit einbezogen, die an der Hand ihrer Eltern, die Gemächer erkundet hatten.

Gleich außerhalb des Tower-Geländes stieß ich dann auf folgende Örtlichkeit und hab gleich ein Bild gemacht. Wer mir sagen kann, was es sich mit diesem Ort auf sich hat, gewinnt einen Preis ;-) Der Fairness halber muss ich aber gleich schon sagen, dass das nur meine alten Klassenkameraden wissen können, sorry!


Nach gut vier Stunden im Tower haben wir dann beschlossen, mit dem Bus durch die Stadt Richtung Trafalgar Square zu gurken und uns die Sehenswürdigkeiten mal von dort aus anzusehen. Wir sind noch keine Minute gefahren, da hat mich ein englischer Arzt angesprochen, weil er meinen deutschen Reiseführer gesehen kann. Er hat uns dann zu den vorbeiziehenden Sehenswürdigkeiten ein bißchen was erzählt. Am besten hat mir seine Geschichte über die St. Paul’s Cathedral gefallen:

Im 2. Weltkrieg haben die Nazis die Gegend rund um die Kathedrale unter schweren Beschuss genommen. Dabei haben sie recht kleine (Tennisball groß) Bomben benutzt, sagt zumindest der Engländer!? Na, auf alle Fälle sind wohl sämtlich Gebäude rund um die Kirche zerbombt worden. Nur die St. Paul blieb heil, nicht etwa weil sie nicht getroffen worden ist. Allerdings sind die Bomben nur an ihrer großen Kuppel herab gerollt und ohne zu explodieren auf dem Dach liegen geblieben. Wagemutige Feuerwehrmänner sind dann dort hoch und haben die Bomben eingesammelt und ihn in Sandeimern weggebracht, wieder ohne dass auch nur eine explodiert wäre. Seitdem gilt St. Paul als das Wahrzeichen dafür, dass Gott den Engländern wohlgesonnen ist... Nett, oder?

Kurz bevor er ausgestiegen ist, hat mir der nette Arzt dann noch seine Telefonnummer auf einen Zettel geschrieben und gemeint, ich soll mich bei ihm melden, falls ich während meiner Zeit in London mal irgendwelche Schwierigkeiten oder Probleme haben sollte und Hilfe brauche.
Lustigerweise ist mir dann das gleich nochmal mit unserem Hotelportier passiert...
Hab ich schon erwähnt, wie hilfsbereit die Engländer sind???

Am Trafalgar Square haben wir dort noch ein wenig die Atmosphäre genossen (Nelson’s Column, National Gallery, Portrait Gallery,...) und sind dann noch gen Leicester Square geschlendert, um dort die beeindruckenden Theater und Mega-Multiplex-Multiscreen-Kinos zu bestaunen (günstigstes Ticket: 12Pfund!!!), die immer Schauplatz sämtlicher in London stattfindender Prämieren sind.

Anschließend haben wir noch in einem italienischen Restaurant zu Abend gegessen (selbstverständlich eine Kette: Bella Italia). Sehr amüsant im Übrigen, den Engländern zu lauschen, wenn sie italienische Floskeln raunen ;-)

Samstag, 18.2.:

Heute sollten sich uns noch zwei Touri-Gefährten anschließen: Die liebe Vera und ihre Kollegin, die Katharina aus Österreich.
Unsere erste Mission: die Original London Bus Tour. Das Ticket zum Schnäppchenpreis von nur 18Pfund: 48h gültig, inkl. Themse-Fahrt. Also eigentlich schon ein gutes Angebot.

Die erste Station unserer „Hop on and hop off whenever you like to“-Tour führte uns zum Parlament Square und zur Westminster Abbey. Ja, das ist das wahre Touristen-feeling! Sich mit hunderten Japanern, Chinesen, Amerikanern, Deutschen und was weiß ich noch alles am Big Ben zu tummeln... Schön! Nur leider konnten wir nicht in die Westminster Abbey, da die am Wochenende für Touris geschlossen ist. Na danke, wo ich doch unbedingt ne kleine Dan Brown Besichtigung machen wollte, weil mich doch „Sakrileg“ schon so neugierig gemacht hatte! Na, dann halt wann anders...


Ein bißchen sind wir dann noch auf dem „Sonnen“deck des Buses rumgegurkt, allerdings nimmer lange, da uns die Kälte schnell in die Knie gezwungen hatte...

Sonntag, 19.2.:

Weil wir uns ja gestern unter den Touristen-Massen schon so wohl gefühlt hatten, sind wir gleich als erstes auf Richtung Buckingham Palace. Nur leider ist der eigentlich gar nicht so furchtbar interessant, weil man da gar nicht aufs Gelände darf, geschweige denn in den Palast selbst. Die Öffentlichkeit darf diesen nur gegen einen saftigen Eintrittspreis im August besichtigen, wenn die Queen dauerhaft in Windsor oder einem ihrer anderen Sommerschlösschen residiert...
Aber gut, für ein Foto is der Buckingham Palace allemal zu haben!

Anschließend haben wir uns zur Bootsfahrt auf der Themse aufgemacht. Schon wieder soviele Deutsche, unmöglich! Naja, Zeit zum seekrank werden war zum Glück auch nicht, denn ich war die meiste Zeit damit beschäftigt ganz viele Bilder zu machen, zum Beispiel vom London Eye, dem London Aquarium, der Tower Bridge, dem Shakespeares Globe, und und und... (jetz wäre eigentlich eine gute Gelegenheit bei meiner Fotogalerie vorbei zu schauen, falls nicht schon geschehen *g*).

Anschließend gings dann mit dem Sightseeing Bus einmal die ganze Strecke entlang, immerhin sind das 3 Stunden, die man da unterwegs ist! Und wieder hat uns ein Audio-Guide interessante Dinge ins Ohr geflüstert, selbstverständlich in unserer Muttersprache, wir sind schließlich richtige Touris! War aber echt sehenswert, kann ich nur weiterempfehlen!

Am Abend hat dann noch ein ganz besonderes Ereignis auf uns gewartet: The Chinese New Year in China Town, der größten diesbezüglichen Veranstaltung außerhalb Asiens... Leider haben wir die Parade der Papierdrachen verpasst, weil die schon nachmittags war... War aber trotzdem cool, durch Chinatown zu schlendern und Mitte Februar jedem ein gutes neues Jahr zu wünschen!

So, soweit zum gemütlichen Teil, ab Montag hieß es dann: ARBEITEN!

Sonntag, 18. Februar 2007

London Calling

Also, ich für meinen Teil würde ja net so gern an einem Flughafen arbeiten: wenn sich da ständig Leute verabschieden und Tränen dabei vergießen. Aber ich muss sagen, dafür dass sie das eigentlich jeden Tag sehen müssten, hab mich ein paar Leute schon etwas komisch angesehen ;-)

Dafür hab ich im Bus zum Flieger schon die erste Begegnung mit der englischen Hilfsbereitschaft und Offenheit gehabt: zwei ältere Damen haben mir immer aufmunternd zugenickt und mich angelächelt...

Mit der bereits erwähnten Hilfsbereitschaft gings dann aufm Weg zum Hotel gleich weiter. Wir (meine Schwester und ich, die netterweise mitgekommen ist für die erste Woche!) hatten die erste Stufe der Treppen meistens noch net mal erreicht (die meisten U-Bahn-Stationen in London haben weder Rolltreppen noch Aufzüge!), da hat sich schon der erste englische Gentleman angeboten: "May I help?" Natürlich durfte er! Schließlich hatten wir zwei Koffer, einer davon wog 32kg, und etlich Taschen. Was man halt so alles für ein halbes Jahr London braucht ;-) Und das ist in meinem Fall zumindest einiges... (hab ich schon erwähnt, dass ich fünf Kilo Übergepäck zahlen musste? Obwohl ich 40kg zur Verfügung hatte, weil ja meine Schwester mit geflogen ist...) Naja gut, sie mussten sich ganz schön plagen und ich zweifle stark, dass sie sich auch in Zukunft immer gleich so selbstlos anbieten!? :-)

Ja, da waren wir also. In Earl's Court, am wohl billigsten Hotel am Platz. 20 Pfund die Nacht in Zone 1, das findet man so schnell nirgends...
Das wir in ein Hotel gehen, war aber eigentlich gar nicht geplant, und das bringt mich direkt zur Geschichte über meine Begegnung mit der Patin der irischen Zimmer-Mafia:

Über die Rekrutierungsfirma, mit der ich auch den Arbeitsvertrag für mein Praktikum abgeschlossen hab, bin ich mit Bridie D. (merkt euch den Namen und hütet euch vor ihr!) in Kontakt gekommen. Ich könnte ein Zimmer für 100 Pfund pro Woche in ihrem Haus haben. Allerdings erst zum 1.3., weil es da erst frei würde. Bis dahin würde sie mich bei ihrer Freundin unterbringen. Klingt ja alles vielversprechend, dachte ich.
Jaha, bis ich angefragt habe, ob es wohl möglich wäre, dass meine Schwester die erste Woche mit bei mir wohnen könnte. Da kam dann gleich mal ein klares Nein, weil in dem Zimmer nur ein single-bed steht (80-90cm, bei uns). Das nächste Mal, dass ich die liebe Frau wieder ans Telefon gekriegt hab, war dann einen Tag vor meinem Abflug. Und da hab ich nochmal gefragt, ob das nicht doch gehn würde, wir bringen auch einen Schlafsack und ne Isomatte mit. Wieder ein Nein und ich hab da dann zum ersten Mal erfahren, dass ich für das Zimmer bei ihrer Freundin auch 100 Pfund pro Woche zahlen müsste, und das meine Schwester für 15 Pfund pro Nacht in einem Zimmer in der Nachbarschaft unterkommen könnte. Aha, dacht ich: "Freundin", alles klar... Gut, am Abflugtag am Morgen hab ich dann beim Court Hotel angerufen und uns für zwei Nächte eingebucht, nachdem ich am Abend zuvor in weiser Voraussicht mal ein paar Zimmerangebote im Internet durchstöbert und Besichtigungstermine ausgemacht habe.
Im Hotel angekommen, rief ich Bridie erneut an, um ihr mitzuteilen, dass wir nicht kommen würden, weil meine Schwester, da sie nicht wirklich gut Englisch spricht, bei mir bleiben möchte und ich uns deshalb ein Hotelzimmer gebucht hab.
Oh weh! Da wurde sie gleich unfreundlich und hat mich angemacht, weil sie schließlich grad für unser Abendessen einkauft und unsere Zimmer bei ihren "Freundinnen" schon fest gebucht sind. Und sie diese aus ihrer Tasche zahlen muss, wenn wir nicht kommen!
Fest gebucht? Was? Davon war zuvor nie die Rede gewesen! Hab ich ihr gleich mal gesagt. Schließlich hieß es immer, sie "bringt uns dort unter". Entschuldigung, aber hab ich irgendeine Reservierung unterschrieben oder mündlich mitgeteilt? Nein, hab ich nicht.
Die Hexe wurd dann gleich so aubrausend, dass mir ganz Angst und Bange wurde, und ich mich schon mit meinen Koffer zurück zum Flughafen schippern sah...
Ach ja, und mein Zimmer bei ihr im Haus, hab ich ja auch schon fest zugesagt, meinte sie! WAS HAB ICH??? Alles klar, da wusste ich, die zieht mich übern Tisch.
Ich hab dann sofort meine Kontaktperson bei der Rekrutierungsfirma angerufen. Und was sagt der??? Na, was ich da anstelle, schließlich wollen sie mir doch alle nur helfen und mir meinen Einstieg ins Londoner Leben einfachen machen wollen. So, da hab ich dann auch kapiert, dass die beiden sich wohl die Studenten gegenseitig zuschustern, und von seiner Seite auch keine Hilfe zu erwarten war (obwohl er am Abend zuvor noch von der irischen Zimmer-Mafia gesprochen hat, ha!) .
Gut, mit den Nerven am Ende (was für ein erster Tag in London!) hab ich die irische Hexe wieder angerufen und gesagt, dass wir unsere Sachen wieder einpacken und zu ihr fahren und die Zimmer doch nehmen, und das ich dann halt auf dem voraus bezahlten Hotelzimmer sitzen bleib. Aus irgendeinem Grund hab ich ihr zum Glück erzählt, ich hätte das Hotel für eine Woche bezahlt. Weil: nachdem ich schon bei der Hotelrezeption war und das Zimmer zurückgegeben hab (hätte nur noch die Hälfte vom Geld zurückbekommen), hat sie mich nochmal angerufen und gemeint, wir sollen im Hotel bleiben, weil sie nicht will, dass das dumme Küken vom Land, also ich, 200 Pfund verliert, denn sie kennt sich in London schließlich aus, und das Hotel würde mir mein Geld nicht zurück geben... Wie großzügig! Wir sollten dann am Abend trotzdem zu ihr kommen, damit ich mir das Zimmer anschauen kann (das ich ja eigentlich eh schon zugesagt hab???) und wir uns einigen, was mit den zwei Zimmern passiert, die sie für uns gebucht hat...
Also sind wir dahin. In den Londoner Norden. Du meine Güte, ich dacht wir sind in der Bronx gelandet... Ein Viertel, in dem ich mich nach Einbruch der Dunkelheit sicher nicht mehr auf die Straße getraut hätte! Und das scheußlichste, runtergekommendste Haus am Platz, war natürlich ihrs! Bäh!
So, beim Essen hat sie mich ständig durch die Blume wissen lassen, was für ein naives, unwissendes, in ihr Unheil rennendes Mädchen vom bayerischen Land ich doch bin... Was besseres als sie könnte mir schließlich gar net passieren! Ums kurz zu machen: sie war mir von Grund auf unsympathisch und hat von mir am Ende vom Abend 70Pfund Entschädigung für die zwei Zimmer wollen. Ich hab gesagt, ich lass es mir durch den Kopf gehen und meld mich bis zum nächsten Abend. Dann durft ich noch einen Blick in "mein" Zimmer werfen, aber erst nachdem sie ein riesen TamTam drum gemacht hat, dass sie nicht in die Zimmer von ihren Untermietern ohne deren Erlaubnis geht (sie wisse schließlich, was sich gehört - ach ja?) und derjenige war natürlich nicht da... Also wurde rumtelefoniert und die Erlaubnis eingeholt. Bei der Gelegenheit konnte sich Carina mit einem anderen Untermieter unterhalten (Sebastian aus Nürnberg), der sie dann unmissverständlich hat wissen lassen, dass er an meiner Stelle auf keinen Fall einziehen würde, aus den offensichtlichen Gründen.
Gut, am nächsten Tag hab ich ihr auf den AB gesprochen, dass ich ihr Zimmer nicht haben will, und das sie die 70Pfund nur gegen eine Quittung bekommt.

Das Ende vom Lied: ich wohn jetzt in einem schönen viktorianischen Haus im Süden von London, in einer WG mit zwei anderen deutschen Mädels und einer dritten Person, die wir im Moment grad noch suchen (also, falls jemand Interesse hat...!). Mein Zimmer is schön groß, hat einen Kamin (den ich leider aus Sicherheitsgründen net anzünden soll *g*), ein double-bed, eine große Flügeltür in den Garten (jaha!) und einen Teppichboden, schließlich sind wir ja in England ;-)
Ach ja, ich mach am besten schnell ein paar Bilder...:







So dala, soweit mein erster Eintrag.

By the way:

Wer mich in irgendeiner Form kontaktieren will, der kann das gerne mit einer der folgenden Möglichkeiten machen:

im Blog: einfach Kommentar zu einem Post hinterlassen

per email: wie gewohnt, oder an: verena.knauf@sbac.co.uk (schau ich aber nur während der
Arbeit rein....

per Handy: da mein deutscher Vertrag für ein Jahr still gelegt ist, hab ich nur noch
eine englische Nummer, die da wäre: 0044-7925-641112

per Telefon: wir haben auch ne Festnetznummer: 0044-20-84882327, da erreicht man mich
unter der Woche für gewöhnlich ab halb neun (deutsche Zeit) und am WE, wenn
ich da bin... (keine Scheu, einfach anrufen, gehn eh nur Deutsche ran *g*)
ach ja: bei http://www.teltarif.de/festnetz/tarifrechner.html kann man schauen, was grad der günstigste Tarif hierher ist, meistens sogar weniger als 1 cent/minute, also echt günstig!!!

auf dem Postweg: Verena Knauf, 24 Blagdon Road, London SE13 7HL

oder auch halt im Studi....