Samstag, 29. September 2007

Exkursion nach Nusa Penida und Nusa Lembongan

Nach vier Tagen Seminar und endlose Präsentationen, wurden wir heute für unsere harte Arbeit entlohnt: auf dem Plan stand eine Exkursion nach Nusa Penida zu einem Stromkraftwerk und in ein kleines Dorf und nach Nusa Lembongan, eine winzige Insel südöstlich von Bali, die zwar touristisch erschlossen ist aber dennoch einem Traumparadies gleicht.

Aber von vorne:

Um sechs Uhr früh stand der Bus vor der Tür, der uns nach Padangbai bringen sollte, damit wir von dort mit dem Boot zur Nusa Penida übersetzen können. In Padangbai angekommen (fast eine Stunde zu früh, weil unser Busfahrer nebenberuflich Rennfahrer zu sein scheint...), sind wir erst mal in eins der zahlreichen Cafés zum Frühstücken (lecker Kaffee und Früchte!) und dann vorbei an den 1000 Sonnenbrillen-, Sarong-, und Eisverkäufern und an den Strand, wo unser Boot dann auf uns wartete.



Reingehüpft und losgefahren... Joah, meinem Magen gings soweit nicht so gut, bin ja da ein bißchen anfällig fürs Boots-Geschaukel... Aber gut, lang hats nicht gedauert (40min) und wir waren da.

(Kathi S., Kathi F., Kathi D. und ich)





Auf der Nusa Penida angekommen, wurden wir gleich von mehreren kleinen Busen abgeholt, die uns zu einem Stromkraftwerk bringen sollten. Dieses Kraftwerk wird von PLN betrieben, die Firma, die diese Exkursion finanziert hat. Dort wurde uns viel über das Kraftwerk selber, über die Stromversorung Balis und über die Stromversorgung der Nusa Penida im Speziellen erzählt. Sehr interessant und auch erschreckend: das Kraftwerk verfügt nur über eine 17%ige Rentabilität, was bedeutet, dass sie nur 17% mehr Energie gewinnen, als sie reinstecken.
Auf der Insel gibts es nur etwa 9000 Einwohner und davon haben sechs Dörfer gar keinen Strom, nämlich die, die sich auf der anderen Seite der Insel befinden.



Nach der Besichtigung der Anlagen gings wieder in die Buse und wir sind weiter hügelaufwärts in die Dörfer. Und hügelaufwärts heißt dann schon mal 40% Anstieg. Das ging dann auch nur mit Arme in den Eisengestängen der Buse verhaken, denn sonst wären wir hinten aus den offenen Busen rausgepurzelt... Die Fahrt dauerte 40min und war (nicht zu letzt Dank der Auspuffgase) wesentlicher Übel erregender als die Bootsfahrt ;-)
Einmal wurde auch kurz angehalten, um die Szenerie schön in digitalen Bildern einzufangen, oder - und das halt ich am Wahrscheinlichsten - damit die Motoren ein wenig abkühlen können...

Das Ziel unserer Schaukeltour war ein kleines, abgelegenes Dorf in den Bergen, in dem wir die "richtigen" Balinesen kennen lernen sollten. Im Klartext: dort, wo noch nie jemand einen Europäer zu Gesicht bekommen hat. Was wir da zu suchen hatten? Tja, diese Frage hab ich mir auch mehr als einmal gestellt... Die Aufgabenstellung war folgende: Wir sollten mit Hilfe was wir bisher gelernt hatten - balinesische Kultur und Brauchtümer, Verhaltenskodex, Bahasa Indonesia, etc. - herausfinden, womit die Leute ihren Lebensunterhalt verdienen und wie sie so leben.

Joah, klingt einfach is aber nicht so ;-) Denn unsere Sprachkenntnisse beschränken sich leider noch auf die Fähigkeit Essen zu bestellen und den Preis für ein Strandtuch runter zu handeln ;-)


Als wir in dem Dorf ankamen, war gerade die Schule zu Ende und bevor wir uns versahen, waren wir auch schon von einer Scharr Kindern umringt, die uns mit großen Augen anstarrten (mich im besonderen: hab die blaseste Haut...) . Hmm, war schon komisch: wer waren jetz genau die Affen im Zoo, die beglotzt wurden? Die Leute in dem Dorf von uns, oder wir von den Einwohnern? Man weiß es nicht, und das war auch wirklich gut so, denn so konnten sie gleich mal beide Seiten ein bißchen entspannen.




Wir wurden dann auch gleich vom Chief des Dorfes zur Gesprächsrunde auf seinen Hof eingeladen, und dort hat er uns erst mal von der (wirtschaftlichen und sozialen) Lage des Dorfes erzählt. Wie zu erwarten herrscht Wasser-, Elektrizitäts-, und Geldmangel. Allerdings wurde ich bei seinen Ausführungen bald stutzig, denn er meinte, dass er nicht alle seiner vier Kinder zur Schule schicken könne, denn die Grundschule koste 50.000Rupiah und die weiterführende Schule koste 600.000Rupiah im Monat und das könne er sich nicht leisten. Als Dorfoberhaupt? Und mit Fernseher im Wohnzimmer? Und wie kommts, dass eine riesige Kinderschar in Schuluniform um uns rum tollte??? Alsoooo, ich weiß ja nicht so recht...
Dieser Eindruck hat sich dann auch verstärkt, als er davon sprach, dass die Regierung hier nichts tun würde und dass wir ja vielleicht was tun könnten, denn selber können sich sich nicht helfen. Hm.

Später haben wir uns dann in 3 Gruppen aufgeteilt und haben jeweils eine Familie im Dorf besucht (jede Gruppe wurde von einem Muttersprachler begleitet: Dewa, Yuli (arbeiten beide für den EOC) oder einem Mitarbeiter der PLN). Dort sollten wir nochmal über ähnliche Themen reden, um die individuellen "Nöte" der Leute rauszufinden.
Wir kamen zu einer Familie mit vier Kindern, alle im Grundschulalter oder jünger. Der Vater hat sich mit uns (bzw. mit unserem Übersetzer) unterhalten und wir haben schnell rausgefunden, dass der "Bürgermeister" nicht so ganz die Wahrheit erzähl hat: Die Grundschule ist kostenlos, die weiterführende Schule kostet 50.000Rupiah im Monat. Die Familie hat Land, Hühner und Tabak. Was allerdings stimmt ist, dass die Wasserzufuhr schlecht ist und die meisten Leute keinen Strom haben. Dennoch gehen die meisten Kinder zur Schule und wenn sie fertig sind gehen sie nach Denpasar oder Jakarta an die Uni, wenn sie gut genug sind und es sich die Eltern leisten können. Das Problem hier ist, dass die jungen Leute nicht mehr zurück ins Dorf kommen, sondern in den großen Städten bleiben und dort arbeiten. So können sie zwar die Familie unterstützen, aber die Dörfer sterben aus, und nur die ganz Armen bleiben zurück...


Nachdem wir den Kindern noch allerlei Süßes geschenkt haben gings für unser wieder zurück ins Tal und an die Küste und wir setzten nach Nusa Lembongan über, wo wir in den kleinen Restaurants zu Mittag essen und über unsere Eindrücke diskutieren konnten.

Zu guter Letzt hieß es noch einmal Schiffchen fahren zurück nach Bali (Mando Diao hören und die Arme über Board baumeln lassen, um die Wellen zu berühren sind ein gutes Heilmittel gegen Seekrankheit und macht super Stimmung!!!).

Ein paar Eindrücke:
Religion ist hier überall: ein sitzender Buddha in dem Café, in dem wir gefrühstückt haben

Die Dorfschule

Berg- und Talfahrt

Muschelsuche am Traumstrand: Marcus, Kathi F. und Malte

Der Strand auf Nusa Penida, von Touristen völlig unberührt

Mittagessen auf Nusa Lembongan

Zurück auf Bali - Aussteigen von der Kuda Putih (Weißes Pferd)


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Donnerstag, 27. September 2007

Gruppenfotos!!

Leider müssen wir uns heute von zwei unserer Mitstreiter veranschieden: Markus und Colin aus Wildau bei Berlin müssen wieder zurück nach Deutschland, weil ihnen das Semester hier nicht angerechnet wird... Schade! Sind zwei wirklich lustige Zeitgenossen.

Hier unsere "Klassenfotos" mit den beiden:


Montag, 24. September 2007

Was bisher geschah...

Hallo verehrte Freunde, Bekannte und Verwandte (In unbestimmter Reihenfolge!)

Keine Panik, ich bin nicht nachlässig geworden mit schreiben, es is nur ein bisschen stressig, wenn man unter der Woche ewig in der Uni sitzt...

Was letzte Woche geschah:

Am Montag haben wir uns erstmal vom stressigen Wochenende erholt, und zwar schlafenderweise im Bettchen. Abends haben wir dann auf einem unserer zwei wunderschönen Balkons (Foto wird nachgereicht) Film geschaut und zwar: Breaking and Entering. Jude Law at his best!!!!!

Am Dienstag war ich mit Kathi S. am Strand, wo wir Freundschaft mit dem wohl süßesten Wesen auf Bali geschlossen haben:

Der Kleine war soooo süß und total verspielt, am liebsten hätte ich ihn sofort mit heim genommen! Ihn, oder seinen Bruder, der dann auch gleich vorbei gekommen ist. War richtig schön mit ihnen am Strand zu tollen, nachdem wir vorher fast im knietiefen Wasser untergegangen wären (perfekte Wellen zum Surfen, viel zu anstrengend zum Baden).

Zurück vom Strand hab ich mich an dem Tag gleich zum zweiten Mal verliebt: diesmal in das Auto unserer Nachbarn, ein VW Bulli!!!!! Oh menno, so einen Bus will ich schon ewig, und die Farbe is auch suuuuper!

Steht mir, oder???

Naja, die Woche lief dann nicht mehr wirklich viel, wir waren eingespannt mit der Arbeit für die Uni - also nichts außer: Strand, Massage, Starbucks Film gucken und so weiter, im wohldosiertem Mase als Belohnung für die getane Arbeit ;-) Tja, so läuft das hier ;-)

Aber fürs Wochenede war Partyprogramm angesagt: am Freitag hatten wir die erste Studentenparty in unserem Haus, mit allem drum und dran: zwei Kühlschränke voller Bier, Catering (Sate-Spiße, etc.), Fackeln und ein Lagerfeuer im Garten und eine Gitarre zum gemeinschaftlichen Liedchen trällern. Schöööööööööön!

Mehr Bilder von der Feier gibts hier

Am Samstag haben wir uns dann abends nach Seminyak gewagt (nach morgentlichem Großputz mit Unterstützung der Putzfrau und Standbesuch am Nachmittag). Ein nicht risikoloses Unterfangen, nachdem Kuta so ein totaler Reinfall war.
Aber zum Glück bin ich jetzt mit dem Nachtleben auf Bali wieder versöhnt! Seminyak war voll schön. Wir sind erst ein bißchen durch die Bars getingelt (richtig gute live Musik) und schließlich in einem Salsa-Club gelandet:

Mehr Bilder gibts hier

Darf ich vorstellen: Jeron (mein holländischer Mitbewohner), ich, Kathi D. (meine Nachbarin), Steffi (ausm großen Mädchenhaus) und Dominik (mein Mitbewohner aus Aachen).

Gut gelaunt, ein bißchen beschwipst und die Füße nass vom nächtlichen Spazieren im Meer haben wir uns dann gegen halb fünf wieder Richtung Heimat aufgemacht. Ein rundum gelungener Abend!

Am Sonntag war dann erstmal wieder Studium angesagt, da jeder morgen eine 20min Präsentation halten muss (schnauf!). Und wie immer wurden wir für unsere Mühen entlohnt, denn am Abend waren wir nach Kuta zu Joe's Place eingeladen, eine Bar die einem Balinesen gehört, der sich mit unseren Surfer-Girls angefreundet hatte. Joe hat für uns Unmengen an balinesischen Leckerbissen aufgekocht, für die wir nicht mal bezahlen mussten. Lediglich für Getränke mussten wir selbst aufkommen.
Für die Stimmung hat (zum 3. Mal dieses Wochenende) gute live Musik gesorgt, alles mögliche von U2 bis Beethoven, und immer von einer Gitarre, einer Geige und einer Trommel begleitet:

Das ganz rechts ist Joe, der Besitzer des Ladens.


Ja, das war meine Woche, die nächste wird auch wieder anstrengend, weil wieder Vorlesung...
Aber danach: 3 Wochen frei, jippieh!!!!

Bis zum nächsten Mal,
eure Verena

P.S.: Würd mich sehr über zahlreiche Kommentare freuen, einfach hier am Ende des Eintrags, auf den link "Kommentare" klicken....

Sonntag, 16. September 2007

Tanah Lot und Taman Ayun

Nachdem wir am Samstag die Seele am Strand und danach in einem Fischrestaurant haben baumeln lassen, wird es heute Zeit für ein bißchen Kultur: deshalb, rauf auf den Roller und ab ins 40km entfernte Tanah Lot, dem Touristenspot schlecht hin. Da wir aber alles clevere Mädls sind, machen wir uns schon recht früh auf den Weg, um der Reisebuswelle schön aus dem Weg zu gehen.

Pura Tanah Lot - auf deutsch auch "Meerestempel" genannt - ist ein Hindu-Tempel an der Küste im Südwesten. Wörtlich übersetzt bedeutet Tanah Lot "Land inmitten des Meeres". Der Tempel liegt auf einer Felsspitze im Meer dicht am Ufer. Auf dem Fußweg ist Tanah Lot - ohne dabei nass zu werden - nur bei Ebbe zu erreichen. Vom Strand aus erreicht man den Tempel nach einem 50 Meter langen Gang über rundgewaschene Steine und feinen dunklen Sand, um zur Felseninsel zu gelangen. Dort angekommen folgt ein kurzer Aufstieg Richtung Tempel, wo ein Gatter den Eintritt zum eigentlichen Tempel verwehrt. Im inneren Hof (jeroan), dessen Zugang den Gläubigen vorbehalten ist, reihen sich die mehrstöckigen, pagodenähnlichen Schreine (merus) auf, die den Götterberg Meru repräsentieren. Im Falle von Tanah Lot ragen fünf merus in den Himmel. Der Zugang ist auch bei Flut möglich, wenn Tanah Lot seinen eigentlichen Inselcharakter erlangt, weil es dann komplett vom Wasser umspült ist.

Und weil für gewöhnlich so viele Touristen dort unterwegs sind, gibt es natürlich auch Unmengen an Warungs und Marktständen und so konnte ich Postkarten, nen Hut, eine Tasche und einen wunderhübschen Schlüsselanhänger erstehen (nicht ohne kräftig zu verhandeln, Ehrensache!). Frisch gestärkt (hmmm, lecker frischgepresster Papayasaft und Mie Goreng) gehts weiter nach Mengwi zu einer anderen Tempelanlage:

Taman Ayun ist ein Tempelkomplex in Mengwi im Bezirk Badung. Der Tempel gilt als einer der Schönsten der Insel. Übersetzt bedeutet der vollständige Name Pura Taman Ayun "Tempel des schwimmenden Gartens". Erbaut wurde der Tempel im Jahr 1634 auf einer Flussinsel vom Prinzregenten I Gusti Agung Anon Putra-Raja von Mengwi. 1937 wurde er renoviert. Eingerahmt ist die Anlage von zahlreichen blüten- und früchtetragenden Bäumen und einem Wassergraben.
Taman Ayun ist der Reichstempel der Raja von Mengwi und spiegelt den hinduistischen Kosmos wider.

Auf dem Weg nach Hause hat dann leider mein Roller angefangen fürchterliche Geräusche von sich zu geben und ich hab die letzten 20km damit verbracht, Stoßgebete zum Himmel zu senden, damit ich heile bis Jimbaran komme. Die wurden zum Glück erhört und am Tag darauf hab ich auch gleich einen neuen bekommen, diesmal in hellblau, der is noch viel schöner als der alte ;-)


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Samstag, 15. September 2007

Nusa Dua - Klappe die Zweite

Nachdem ich heute erstmal ausgiebig geschlafen hab, um mich von den Strapazen der letzten Nacht zu erholen, gehts erst gleich nochmal nach Nusa Dua, denn die Ruhe dort, ist genau das, was ich (und Kathi, Kathi, Kathi, Steffi und Steve) jetzt brauchen. Nachdem wir ein bißchen gebadet haben (ist bei Ebbe leider nur bedingt und nicht sehr ausgiebig möglich) machen wir uns auf den Rest der Gegend zu erkunden. Ein Stück weiter südlich ist ein schöner Blumengarten mit vielen Statuen und einem kleinen Tempel: Idyllisch!

Von dort führt ein Weg zum "Ocean Blow". Da keiner was mit dem Begriff anzufangen weiß, begeben wir uns auf Erkundungstour.

Wooooooooow! Eine Klippenküste an der die Wellen meterhoch hochschlagen und man kann es aus nächster Nähe miterleben, denn es führt ein Steg bis an den Rand der Klippen. Fantastisch und schauderhaft zugleich. Ein echtes Spektakel und das im Sonnenuntergang!


























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Freitag, 14. September 2007

Kuta - die Partyhölle

Ach du große Güte!!! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Der Tag hatte so gut begonnen, unsere Indonesisch-Prüfung ist gut gelaufen, wir haben uns in Nusa Dua super relaxt und nen Starbucks-Kaffee hab ich auch bekommen... Quasi die besten Voraussetzungen für einen super Abend. Denkste!

Kathi und Tanja haben mich ja schon vorgewarnt, dass Kuta nur so von Großraumdiskos wimmelt, aber ich dachte, London und meine neue Vorliebe fürs Freudenhaus in Deggendorf waren eine gute Schule, also rein ins aufregende Nachtleben Balis.

Es ist Lauras Geburtstag und nach einem ausgiebigen WarmUp im großen Mädlshaus gehts in vier Taxen nach Kuta. Und was erwartet uns da: Lärm, Dreck und betrunkene Touristen. Erster Stop: Bounty. Nach dem bekannten (Piraten?)schiff. Geht gar nicht. House, Techno, Tanzkäfige, Schaumparty und Billig-Liter-Cocktails. Oh und: betrunkene Touristen, die dir zur Begrüßung erstmal an den Hintern gehen, genau mein Fall! Gleich mal klar gemacht, dass ich hier auf gar keinen Fall bleibe und zum Glück geht es mehreren so und wir ziehen um ins Mbargo. Auch eine Disko, aber sauber und weniger Menschen. Auch die Musik scheint auf den ersten "Blick" ganz ok zu sein: R&B, geht immerhin zum Tanzen.

ABER: hier wie im Bounty (und in allen anderen Clubs an der Haupt-Partymeile Kutas) gilt: freier Eintritt für Touristen und 5.000Rupiah für Einheimische (Monatsgehalt: 250.000Rupiah im Durchschnitt). Wo gibts denn sowas? Also echt! Und drinnen, überraschts mich echt, ein kleiner Caipi für umgerechnet €5,50. Hallo??? Welcher Balinese sollte sich das denn bitte leisten können?
Dementsprechend waren auch nur Touris da, die sich betrunken zur Wumm-Wumm-Musik schunkeln und alle möglichen Mädls anlabbern, angrabbschen, ansabbern und ein Nein nicht in ihrem Wortschatz einordnen können...
Weils hier also auch nicht so dolle is, suchen wir nach einer Bar, in der die Musik UND die Leute UND die Preise stimmen.

Fehlanzeige, was wir dafür bekommen: auch auf der Straße übelst Laute Musik (denn alle Diskos sind nach außen hin offen), hunderte von Taxifahrer die uns ihre Dienste aufzwingen wollen (und ich meine wirklich aufzwingen: nachrufen, am Ärmel zupfen, am Arm ziehen,...), Straßenverkäufer (genauso lästig), Drogendealer (weniger auffällig, zwecks Todesstrafe auf Drogenhandel) und am aller aller schlimmsten: bettelnde Mütter mit ihren Kindern. Und das hat mir echt den Rest gegeben. Junge Mütter mit ihren Neugeborenen Babies auf den Armen und ihre kleinen Kinder (2-5 Jahre) die die GANZE Nacht (und das mein ich wirklich so) mit aufgehaltener Hand rumlaufen und den Touristen versuchen Geld abzuluchsen: sie fragen dich erst, ob du ihnen was gibst (das verneinst du schweren Herzens, denn gibst du einem Kind was, dann stehen sofort 100 andere vor dir, die das sehen und auch was abhaben wollen), dann laufen sie dir nach (und zwar richtig weit, wenns sein muss bis zum nächsten Club), sie berühren dich am Arm (noch schlimmer, die kleinen Finger und die zarte Haut zerbrechen einem echt das Herz) und am heftigsten: ein kleiner Junge greift mir unterm Gehen in meine rechte Jeanstasche vorne, weil er dachte, da sei mein Geld drin, ist dann aber nur meine Hausschlüssel (das Geld ist links) und ich merks dann zum Glück und er ist augenblicklich verschwunden. Ich kann einfach nicht fassen, dass die Mütter ihre kleinen Kinder nachts auf die Straße zum Betteln schicken, bzw. dass die Stadt einfach so tatenlos dabei zusieht. Unglaublich!

Ich habe auf jeden Fall genug von dieser Stadt, ich will nur noch weg! Zum Glück finden sich genug Leute, die das auch so sehen und wir nehmen uns ein Taxi nach Hause.
Dann, gleich nach 2 Minuten Fahrt ein riesen Knall: vor meinem inneren Auge seh ich einen Schuss, einen geplatzten Reifen und schließlich realisiere ich: das war was Metallisches. Unser Fahrer fängt auch schon an zu zetern und macht bei nächster Gelegenheit einen U-Turn: parallel zu uns ist ein Unfall: zwei Roller sind zusammen gestoßen. Der Fahrer des einen Rollers lag nicht bei seinem Gefährt, allerdings bietet sich uns beim zweiten Roller ein grauenvoller Anblick: auf dem Roller waren drei Leute gesessen und lagen reglos und verdreht auf der Straße. Grauenvoll! Wir fragen unseren Fahrer warum er nicht anhält, und er meint nur so, das gehe ihn und uns nichts an und fährt weiter. Auch Passanten gehen nur zögerlich auf die Unfallstelle zu. Unfassbar, in Deutschland würden sofort alle versuchen zu helfen.
Im Wagen herrscht betretene Stimmung.

Drei Tage später sollten wir erfahren, dass sich am Tag davor ein ähnlicher Unfall ereignet hat: auch nachts in Kuta ist eine deutsche Studentin des Dortmunder Kampus in Denpasar frontal mit einem Auto zusammen gestossen und später im Krankenhaus an einer Lungenembolie gestorben...
Man darf den Verkehr hier auf Bali wirklich nicht unterschätzen. Aber zum Glück ist sich das auch jeder von uns bewusst, und alle fahren vernünftig und wir geben gegenseitig auf uns Acht. Ich würde auch niemals in der Nacht nach Kuta fahren, denn es gibt einfach zuviele betrunkene Idioten, die trotzdem aufs Mofa steigen... Da nehmen wir immer brav ein Taxi, das für jeden weniger als eine Euro kostet ;-) Also, keine Sorgen, ich pass auf mich auf (gell Mama!!!)

Nusa Dua - oder das Zentrum der westlichen Welt auf Bali

Also gut, eine Woche hab ich ausgehalten, aber jetz BRAUCH ich einfach einen guten Kaffee sonst könnt ihr mich wegschmeissen. Also, rauf auf den Roller (Badesachen sind natürlich auch mit im Gepäck!) und gen Südosten nach Dusa Dua, das Kommerz-paradies für alle gut situierten Touristen.


In der Bali Collection (Shopping Mall) gibt es alles was das Konsumherz begehrt. Mir alles wurscht, Hauptsache ich bekommen einen Kaffee und zwar von STARBUCKS, yippieh!!!
Ich weiß, das klingt echt blöd, aber ich hab mich scheinbar echt voll an das Zeug gewöhnt während ich in London war und hier so ganz ohne Kaffee (denn den balinesischen kann man nicht trinken und der deutsche/europäische is echt teuer...) geht gar nicht, also ungehemmt der Sucht frönen...



Frisch gestärkt gehts weiter durch den künstlich - und extra für die Touristen angelegten Park - nach Nusa Dua Pantai (pantai ist Indonesisch für Strand) und: RELAXEN. Denn, und das ist das beste an diesem Strand: er ist völlig frei von Touristen! Und warum? Weil die ganzen Luxushotels hier ihre eigenen Strandabschnitte haben und sich die Touristen, die in anderen Orten wohnen sich nicht hierher verirren. Suuuuper, einfach perfekt!!




In Nusa Dua gibt es auch einen kleinen Tempel auf einer kleinen Halbinsel, die man vom Strand aus erreichen kann. Der Tempel hat einen Opferstuhl an dessen Lehnen sie 5 Zeichen befinden, die die 5 Religionen zeigen, die Bali am meisten beeinflusst haben: Hinduismus, Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus. (Purer Zufall, dass das die fünf Weltreligionen sind?? *g*)

Am Eingang des Tempels befindet sich ein Schild, dass besagt, dass menstruierenden Frauen der Eintritt strengstens verboten ist. Mir drängt sich die Frage auf, wie si das wohl überprüfen wollen????

Mittwoch, 12. September 2007

Balinesisch Grillen bei Uwe

Heute sind wir alle bei unserem Professor und Leiter des Programms auf Bali zum Grillen eingeladen: Uwe lebt ganz in der Nähe von uns in einer suuuuuper schönen Villa mit Fernblick aufs Meer und Gärtner, Hausmädchen und Köchin. Beneidenswert! Den Grill hat Dewa übernommen, unser Fahrer und Hausmeister. Für die Organisation war Yuli, unsere Sekretärin und gute Seele verantwortlich. Uwe und Rüdiger (unser Indonesisch-Lehrer) nutzen die Gelegenheit um uns alle ein bißchen besser kennen zu lernen. Keine leichte Aufgabe, bei 21 Leuten. Mich haben sie gleich als Verena aus Bayern entlarvt, weil sie ja schon von Kathi und Tanja auf mich vorbereitet wurden ;-)
Zum Essen hab es lecker Hühnchen und Schwein, Salate, Bratkartoffeln und als Krönung zum Schluss: Banana-Pancakes mit Schoko und Vanille Eis und Wassermelonen. Hmmmmmmm!!!

Impressionen:




Rüdiger Krechel,
seines Zeichens Sprachlehrer und Kulturkenner; lebt seit über zehn Jahren auf Bali. Er ist schwul und das ist gut so, darf auch jeder wissen ;-)
Er hat zusammen mit einem Kollegen ein Urlaubsresort in Nordbali, da schauen wir doch gleich mal vorbei :-)






Colin aus Berlin, Matze aus München, Jan aus Ulm, Yuli aus Bali und Markus aus Brandenburg.

Colin und Markus machen grade ihren Master in Wildenau (bei Berlin) und müssen uns nächste Woche leider schon wieder verlassen, weil sie das Programm hier doch nicht für ihr Studium angerechnet bekommen, weil es auf Bachelor-Absolventen zugeschnitten ist. Schade!

Jan war im letzten WS schon als Student hier in Bali und macht jetzt sein Praxissemester hier als Betreuer und Organisator für die neuen Studenten.





von vorne links nach hinten rechts:

Yvonne, klügster Kopf der Flensburger Runde, Kathi D. aus Berlin, Ryana - Freundin von Yvonne, nur auf Besuch hier, Kathi S. ausm "Osten" (liebevoll gemeint, gelle!!), Steffi, die Forschernatur und Birte, BWL-Studentin aus Hamburg (rechts von ihr ne Freundin, auch auf Besuch).

Ryana, Yvonne und Birte führen im Moment das Partyvolk an und sind fast jeden Abend in Kuta im Mbargo oder im Bounty anzufinden (verlgeichbar mit Funpark in Regensburg...)








Hier nochmal Steffi zusammen mit der dritten Kathi, die Freundin von Hannes.

Mit den drei Kathis versteh ich mich am allerbesten und unternehm das meiste mit ihnen, obwohl alle wirklich nett sind.

Wenn ichs beschreiben soll, würde ich sagen, die Gruppe ist so gemischt, wie unser Jahrgang in International Management in Deggendorf...


In dieser Runde:

Eine der Kathis, ich, Yuli (mindestens so Foto-wütig wie die Japaner, aber das mehr als charmant *g*), Jan und Uwe (der erste Prof den ich dutze... komisches Gefühl...)




Und zu guter letzt: ein Gruppenfoto


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Dienstag, 11. September 2007

Pura Luhur Ulu Watu

Es ist Dienstag, 11. September, 16.40h:

Geschafft von einem anstrengenden zweiten Tag Sprachkurs beschließt ein kleines Grüppchen (Kathi, Kathi, Steve, Hannes, Ivonne, Steffi, Rayana und Timo) in den Südwesten zu fahren, um in einem sehr alten Tempel den Feuertanz mit zu erleben (später mehr). Für mich wird es die erste „lange“ Rollerfahrt (25km) obwohl ich erst seit Samstag meinen kleinen Scheisser hab, der an jeder Ampel und jeder Kreuzung ausgeht. Ich bin dementstrechend nervös, erinnere aber nochmal alle, sich ne lange Hose und geschlossene Schuhe anzuziehen, denn die Balinesen sind mit ihren Tempeln und der Kleiderordnung (zu Recht) sehr pingelig. Dort angekommen merken wir schnell, dass unsere gesitte Kleidung völlig unnötig ist, da sich hier ausschließlich Touristen in ausschließlich beschmackloser Kleidung tummeln. Naja gut, wenigstens wir wissen, was sich gehört...

Der Tempel: Pura Luhur Ulu Watu

Der fast 1000 Jahre alte Felsentempel, der im 16. Jh. umgebaut und seither einige Male renoviert wurde, liegt an der Südwestspitze der Halbinsel 100 m über dem Meer, etwa 20 km von Jimbaran und Nusa Dua entfernt.

Das Tempelgelände darf nicht mehr betreten werden, aber ein schöner Weg führt auf der Klippe entlang.

Von hier aus hat man einen ausgezeichneten Blick und kann den Sonnenuntergang beobachten.

Der Tempel ist einer der sechs Haupttempel Balis, geweiht ist er der Göttin Dewi Danu, der Herrscherin über Meer und Seen, und bewohnt wird er von einer Affenfamilie. (Die echt frech sind, und sich alles schnappen, was nicht niet-und-nagel-fest ist; wenn man das Pech hat und sie einem etwas stibitzen, kann man es nur mit frischem Obst wieder bekommen).

Der Kecak ist eine balinesische Tanzform, bei der üblicherweise 50-100 männliche, mit einem schwarz-weiß-karierten Lendenschurz bekleidete Tänzer zum Einsatz kommen.

Diese bilden sitzend oder stehend einen Kreis. Mit wechselndem Tempo und Lautstärke rufen sie "Kecak Kecak Cak-a-Cak" während sie mit Armen und Händen beschwörende Bewegungen ausführen. Später treten noch andere Figuren in den Kreis der Tänzer.

Diese führen, untermalt vom Gesang des Sängers, das Epos auf. Wegen der affenartigen Laute und Bewegungen der Tänzer wird der Kecak oft auch als "Affentanz" bezeichnet.

In der heutigen Form existiert der Kecak erst seit ca. 1930. Die Idee zum Kecak stammt ursprünglich vom deutschen Maler Walter Spiess. Heute ist der Kecak eine beliebte Touristenattraktion.

Während des Kecaks können wir den schönen Sonnenuntergang an der Steilküste bestaunen. Nach dem einstündigen Spektakel, das sehr beeindruckend war, müssen wir uns nur noch einen Pfad durch die Masse an Japanern schlagen, die sich noch mit sämtlichen Darstellern einzeln fotografieren lassen (Touris, menno!!) und mit unseren Rollern heimtuckern. Weil uns unterwegs doch schon heftig der Magen knurrt halten wir an einem Warung („Warung Garlic“) und bestellen (auf Indonesisch!!) unser Essen. Der Kellner ist sehr nett und schwer begeistert, dass wir ein bißchen in seiner Landessprache mit ihm plaudern können...

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Montag, 10. September 2007

Tag am Strand

Bau mir ne Villa am Strand... ja, das wär schon was...
Ich würd auch hierher auswandern, wenn ich den Sonnenuntergang so sehe.

Wir waren heute den zweiten Tag am Strand in Jimbaran. Fluchs noch eine Ananas oder Mango (kunstvoll hergeschnitten) gekauft und was zu knabbern und schon kann man sich fantastisch entspannen, die letzten Sonnenstrahlen tanken (ab vier, halb fünf hält man es hier erst aus) und ein bißchen Wellenhüpfen betreiben. Schööööööööööööön!




Oder den Balinesen beim Fußball spielen zuschauen (irgendwo müsste auch noch Hannes mitbolzen...)


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Samstag, 8. September 2007

Roller und Japaner

Es ist Samstag, 8. September, 12.15h

Du meine Güte! Hab ich wirklich so lang geschlafen? Ich fürche ja, Ohropax und Augenmaske erfüllen ihren zweck mehr als gut. Oh man, ich war aber auch echt müde gestern Abend. Bin bis halb zwölf an der Uni gesessen, weil wir scheiß Mitteleuropäer einfach nicht ohne Internet können, ich zumindest nicht! Aber so hab ich die Uni wenigstens schon mal gesehen, wenn auch nur nachts, und unseren Seminarraum, an dessen Decke uns gleich ein Riesen-Gecko empfangen hat (Nutztiere, die sämtliche Mücken und anderes Kleingetier fressen und völlig harmlos sind - von daher darf bei mir im Zimmer ruhig einer einziehen, aber ein kleiner tuts auch).

Ja, jetz bin ich wach und niemand is mehr da... Wohl schon alle am Strand, und ich kann nicht mal nachkommen, weil ich erst heut Nachmittag meinen Roller bekomme. Bin schon gespannt wie ich mich anstellen werde... Der Verkehr is verherrend, ein totales Chaos, sowas wie nen Tüv gibt’s nicht, Hauptsache die Hupe funktioniert, denn die braucht man ständig, vor allem aber wenn man überholt um den Vormann zu sagen, dass er gefälligst links bleiben sollte.

Um zwei kommt Jan zurück, er is müde, war schon um sieben an den Strand zum Surfen (auch da bin ich schon gespannt wie ich mich anstelle) gefahren. Mit ihm zusammen geh ich los und besorg mir ne balinesische Handy-Simkarte.

So, und jetzt heißts warten, bis die Leute mit meinem Roller vorbei kommen und dann geht’s schnell Helm kaufen und an den STRAND!

23.45h:

Wow, Roller fahren ist der Wahnsinn!! Wie schöööööön! Ich hab nen kleinen Roller (bei den großen bin ich mit den Füßen nicht richtig auf den Boden gekommen...), geht aber trotzdem seine 100km/h (nicht, dass ich so schnell schon gefahren bin, schneller als 50km/h is innerorts erstens nix und zweitens find ich im Moment 50km/h schon schnell!)

Warum hab ich mit 16 keinen Rollerführerschein gemacht? Da ist mir echt was entgangen. Die Leute hier sind - bis auf 3 - auch alles Roller-Fahranfänger und 2 hat es beim ersten Versuch sogar auf die Nase gelassen, mich zum Glück nicht. Also bin ich erst mal bei uns in der Siedlung ein bißchen rumgegurkt und abends bin ich dann mit Kathi, Kathi und Hannes in die Stadt runter zum Abendessen. Ich bin in der Mitte gefahren, für alle Fälle (und weil es ja auch schon dunkel war), alles kein Problem, ich bin ein Naturtalent ;-) Leider geht der Roller im Leerlauf oft aus, aber dann muss man halt an der Ampel ein bißchen mit dem Gas spielen ;-)

In dem Warung in dem wir gegessen haben, wars voll lecker, wir haben einfach aufs gerate wohl was von der Speisekarte bestellt und war voll gut. Anschließend waren wir noch in einem Supermarkt einkaufen. Alles super billig, bis auf sämtliche Milchprodukte und Müslis, denn die müssen sie aus Europa oder Amerika importieren, da zahlt man dann schon mal das gleiche wie in Deutschland bzw. ein bißchen mehr.

Mit einem kleinen Eis haben wir uns dann auf die Stufen vorm Supermarkt gesetzt und einem Bus Japanern zugeschaut, der gerade auf den Parkplatz gerollt kam. Ausgestiegen ist eine Gruppe junger Japaner, die wohl auch grad den Supermarkt plündern wollten. Oder doch nicht?

Plötzlich kam einer der Gruppe auf uns zu und fragte, ob sie ein Lied für uns singen dürften!? Wir so: na klar, lasst ma hören, und schon legten sie los: 30 Japaner mit unzähligen Insutrumenten (Geige, Trommel, Gitarre, Flöte...) singen für uns auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt in Jimbaran „My Bonnie is over the ocean“! Was für ein Spektakel! Und die waren gar nicht mal so schlecht, scheinbar ein Chor auf Konzerttour, voll cool!

Und die Japaner lassen sich natürlich nicht lumpen: Fotos machen!! Und schon stürzten sie auf uns zu, umarmten uns in ihrer Mitte und schossen tausend Bilder, voll lustig! Kathi hatte zum Glück auch ihre Kamera dabei und deshalb haben wir auch ein Bild!


Freitag, 7. September 2007

Einäscherung in Bali - Das kulturelle Großereignis

Es ist Freitag, 7. September, 7.30h:

Mein Wecker reisst mich mit „Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein“ aus meinen - leider viel zu kurzen - Träumen. Gut, dass ich einen großen Vorrat an Ohropax dabei hab und mir die Augenmaske ausm Flieger mitgenommen hab. Braucht man! Denn Balinesische Hähne krähen nicht nur zum Sonnenaufgang sondern die ganze Nacht durch (Paarungszeit?). Um acht schaff ichs dann auch endlich aufzustehen, völlig umsonst, denn das Bad das ich mir mit Jan und Thimo (sein Bruder auf Besuch) teile ist belegt (oh nein, wertvollen Schlaf verschenkt)! Egal, anziehen, Frühstücken, duschen, EINCREMEN und schon kanns losgehen zum ersten Ausflug! Oder auch nicht? Der Bus war für dreiviertel neun bestellt, um halb zehn war er dann auch da (wie war das noch mal mit dem verschenkten Schlaf?). Und schon krieg ich meine erste Lektion in Sachen andere Kultur: auf Bali (oder generell Indonesien) ist es unhöfflich pünkltich zu sein! Prima, gut zu wissen, bin ja eh eher von der unpünkltiche Sorte ;-)

Aber jetz geht’s los! Dominik hat sich nochmal mit seiner balinesischen Tante kurz geschlossen (die den Ausflug geplant und finanziert hat) und teilt uns mit, dass wir uns alle besser einen Sarong zu legen (Wickelrock, auch für Männer!) weil das höflicher ist. Also einmal kurz anhalten, Geld abheben (das erste Mal in meinem Leben, dass ich EINE MILLION abgehoben hab, auch wenns umgerechnet nur ein bißchen über achtzig Euro sind) und nach Sarongs Ausschau halten. Gibts keine, weil Touristen-Eck. Also weiter nach Ubud, das Ziel unseres Ausflugs, und nun, was wir da vorhatten:

Wenn auf Bali jemand stirbt, dann wird er für gewöhnlich zeremoniell verbrannt. Und wenn jemand wichtiges stirbt, dann wird diese Zeremonie zum Volksspektakel. Und gut für uns (makaber, tschuldigung): die Frau des Präsidenten/Regenten von Bali war vor ein paar Tagen gestorben und heute war der Tag ihrer Einäscherung.

Also, wir kommen in Ubud an, vorbei am Monkey Forest (ein Wald voller Affen, die den Touris Taschen und Kameras klauen und nur gegen Bananen wieder her geben - wollen wir auch noch hin) hinein in den Trubel. Erst mal hat uns die Polizei aufgehalten an der Hauptstraße, weil keine Autos mehr durchgelassen werden, bis zum Ort des Geschehens. Unser Fahrer hat dann gefragt wie weit es noch ist - 2km, was hier soviel heißt wie: wahrscheinlich drei, vielleicht auch fünf - und deshalb is unser Busfahrer dann doch einfach weiter gefahren, so weit könne er uns schließlich nicht laufen lassen... Ich dreh mich kurz um, und schau, ob wir schon verfolgt werden (ich seh mich schon im „detention room“ der örtlichen Polizeiwache sitzen), aber nichts der gleichen geschieht, puh!

In Ubud angekommen, werden wir schon von sämtlichen Straßenverkäufern umringt, die uns ihre Sarongs, Holzschnitzerein, Ketten und Getränke anbieten wollen. So, und jetz passierts, weil ich mich net auskenn und mich vorher net erkundigt hab (selber Schuld!): ich lass mich gleich zweimal übers Ohr hauen: mein Sarong kostet mich 100.000Rupiah (8Euro) und mein Wasser 10.000 (80Cent). So, und nachher erzählen mir meine Lieblingsmädls (Kathi und Kathi aus Berlin), dass die mich ausgenommen haben, wie eine Weihnachtsgans, denn so ein Sarong gibt’s zwischen 10.000-30.000Rupiah und ein Wasser für 2.000. Na prima! Aber gut, ich hab draus gelernt, ab jetz verhandel ich knallhart!

Man macht sich gar keine Vorstellung, wie diese Verkäufer einen belagern! Die weichen einem nicht von der Seite, eine ist gut 100m neben mir her gelaufen, hat mir ihre Sarongs feil geboten und mich ständig am Ärmel gezupft! Oh Mann, da will man ja nicht unhöflich sein, und eigentlich tun sie einem ja auch leid, aber man kriegt schon Angstzustände, wenn die einem ständig auflauern und nimmer von der Backe weichen. Nachdem ich dann meinen Nichtschnäppchen-Sarong gekauft hatte, dachte ich eigentlich ich wär zumindest einen Teil der Verkäuerinnen los, aber nichts da, sie laufen weiter fleißig auf mich zu und wollen, dass ich noch 3-4 kaufe, man kann ja schließlich nicht genug haben?! - Doch man kann.

Egal, also, hier stehen wir, noch knapp zwei Stunden bis das Spektakel losgehen soll und braten in der Sonne, weil jemand gesagt hat, in Ubud is es nicht so warm, weils nördlicher is und weil es sich schickt, eine lange Hose und geschlossene Schuhe zu tragen. Von wegen! Die einheimischen sind in Sarong und FlipFlop und die Touris, na die haben fast gar nichts an, nein halt - doch, einen Sarong, naja. Also, Hose hochgekrempelt und Schatten gesucht, gar nicht so leicht und deshalb sind wir gleich mal in ein Lokal eingekehrt. Man merkt, dass wir uns an einer Touristen-Hochburg aufhalten, denn hier kosten mich meine Crustinis und ein Iced Lemon Tea 31.000Rupiah (2,60Euro) - man kanns verkraften ;-) Und als Special Service läuft am Regal eine Ratte vorbei - wie süß, gut dass ich mich vor sowas nicht fürchte (gibt’s auf Bali eigentlich Vogelspinnen???)

Frisch gestärkt schmeissen wir uns wieder ins Gedränge und schauen was passiert. Vor uns stehen zwei riesige Pappmasché-Pferde, eins größer als das andere, aber beide riesig und dahinter ein noch riesigerer Turm mit einem Sitzplatz. Aha. Es spricht sich rum, dass im Tempel grade die Leiche der Frau einbalsamiert und eingewickelt wird - von ihren Verwandedten - und dass sie dann in einen einfachen Holzsarg gelegt wird, der dann über eine monströs große Rampe in den Turm gebracht wird. Der Turm und die Pferde sind auf Tragegestelle aus Bambus aufgebracht, die von vielen Trägern zum Ort der Verbrennung (1.2km Marsch) getragen werden sollen. Aha. Soweit so gut.

Wie gesagt, in Bali dauert alles etwas länger, also stehen wir (in der brandheißen Sonne!) und schauen und schauen und lauschen der Musik, die in Sachen Spannungsaufbau locker mit Hollywood-Filmusik verglichen werden könnte. Eine Wahnsinns-Atmosphäre!

Nachdem der Sarg gut verstaut ist, und die Söhne der Toten im Turm, und somit auf dem Sarg Platz genommen haben bewegt sich der Zug in einem Affenzahn Richtung „Scheiterhaufen“. So gemütlich alles vorher von statten ging, umso schneller gehts jetz voran. Wir hinterher, und an einer Kreuzung biegt ein Teil der Menschenmasse (hauptsächlich Einheimische) links ab, wir hinterher - hey, ne Abkürzung! - und lassen uns mit tausend anderen Fußgängern und vorallem Rollerfahrern durch enge Gässchen schieben. Unsere vermeintliche Abkürzung ist dann aber ein riesiger Umweg und wir verpassen, wie der Sarg aus dem Turm genommen, viermal drum herum getragen und dann geöffnet wird.

Zwischenzeitlich ist das größere Pappmaché-Pferd auf ein großes Podest unter einen Baldachin gestellt und der Rücken geöffnet worden. Die Träger legen den eingehüllten Leichnam in den Bauch des Pferdes und decken in mit einer Vielzahl von bunten Tüchern zu und schließen schließlich das Pferd.

Ein Blick um mich rum verrät mir, dass viele Einheimische ähnliche Gebilde wie das Pferd (nur kleiner) und auch kleine Türmchen mit her getragen haben, die hinter uns auf einer kleinen Grassfläche Platz gefunden haben. Warum? Weiß ich nicht - noch nicht. Denn ein Holländer der neben mir steht, erzählt mir mehr:

Solch eine große Zeremonie gibt’s nur ganz selten, eben dann, wenn jemand aus der Herrscherfamilie stirbt, alle 20Jahre vielleicht. Und die Balinesen nutzen dieses Ereignis um ihre Toten und ausgegrabene Gebeine längerer Verstorbener mit an Ort und Stelle zu bringen, denn sie versprechen sich davon, dass ihr Verwandter dadurch in eine höhere Kaste im nächsten Leben kommt, wenn er oder sie gleichzeitg mit einer Person aus der höchsten Kaste verbrannt wird. Aha, heißt also, hinter mir stehen Pappmaché-pferde und -kühe, die Knochen und Leichenteile in ihren Bäuchen tragen. Oh!

Während wir so den Geschehnissen am Hauptplatz folgen - gleich müsste es soweit sein, dass das Pferd angezündet wird - merken wir plötzlich, dass es hinter uns ziemlich heiß wird... Was ist da los? Ich dreh mich um, und mich trifft fast der Schlag: keine fünf Meter von mir entfernt brennen sämtliche mannsgroße Pappmachétiere. Wahnsinn! Und wie gefährlich!

Was wenn die Bäume um uns rum zu brennen anfangen? Ich komme nicht umhin daran zu denken, dass in Deutschland wahrscheinlich der ganze Platz in einem Umkreis von 300m abgesperrt worden wäre und man vor lauter Löschzügen der Feuerwehr gar nichts mehr gesehen hätte.

Aber man muss sagen, hier gabs immerhin 2 Feuerwehrfahrzeuge - auf deren Dächer es sich allerdings schon so einige Touristen bequem gemacht haben um einen besseren Blick zu erhaschen, ähem - ich schäme mich schon wieder fremd!

Aber weiter: es ist soweit, das große Pferd wird angezündet - und brennt wie Zunder! Andächtig steht die Menge da und schaut den Flammen zu, wie sie die Tiere und was sich in ihren Bäuchen versteckt auffressen.

Oh okay, der rauch wird immer dichter... Ich denk noch so - was wenn die Holzkonstruktion nach gibt und der Leichnam aus dem Pferdebauch rausfällt? - und da passiert es auch schon... Asche wird aufgewirbelt, kleine Tuchfetzen fliegen durch die Luft, und wer kriegt natürlich einen Schwall Asche ab? Ich näturlich! Bäh, ich hoffe sie kommt von einem der Tücher und nicht von der Leiche!

Gut, jetz wird’s aber echt unangenehm: Aschefetzen überall und beissender Rauch, von dem einem die Tränen kommen. Also, nichts wie weg und zurück zum Ausgangspunkt.

Voller Asche und Staub machen wir uns auf den Weg nach Hause. Nach Jimbaran auf Bali, mein neues, temporäres, aber aufregendes Zuhause ;-)


UND DAS BESTE: GANZ OHNE SONNENBRAND, JUHU!
(Sonnenschutzfaktor 50 sei Dank!)


mehr Bilder gibts hier

Willkommen im Paradies! B A L I

Ein neuer Blog? Jaaaa, ein neuer Blog! ;-)

Ich versuchs noch einmal und verspreche diesmal zu versuchen regelmäßig und bis zum Schluß zu schreiben... Wir werden sehen.

Aber nun:

Ich bin da! Eeeeeeendlich! Also, so einen Flug um fast die halbe Erdkugel darf man echt nicht unterschätzen, vor allem wenn man alleine fliegt! Aber von vorn:

Es ist Mittwoch, 5 September, 11.00h

Ich verabschiede mich von meiner Mama und meiner Schwester am Flughafen München. (Terminal 2 is übrigens tausend mal schöner als Terminal 1 durfte ich feststellen!!) Nachdem ich mich bisher echt gut gemacht habe in Sachen Verabschieden (London war eine gute Schule!), sind dann doch noch die Tränen geflossen, aber mal ehrlich: wer schafft das ohne? (bitte bei mir melden und mir das Geheimnis verraten!) Aber es muss ja weitergehen, also rein in den Sicherheitscheck (puh, Handgepäck wird zum Glück nicht gewogen, sonst hätt ich gleich noch was da lassen müssen), durch die Passkontrolle (Visa wird gar nicht angeschaut?) und rein ins Flugzeug. Ein A330 mit einzelnen Fernsehen in den Rücksitzen (so ein Glück!), Platz am Fenster (was is, wenn ich ständig aufs Klo muss?) und einem nuschelnden Ami neben mir (Psychopat?). Is alles schon mal viel versprechend und nach einem kleinen Mittagessen (war das wirklich Hühnchen?) schalt ich mir gleich mal „Becoming Jane“ an. Und was passiert dann? Der blöde mini-Fernseher gibt mitten unterm Film den Geist auf!! Oh menno, jetz weiß ich nicht wie der Film ausgeht (man könnt sichs aber denken) und muss den Rest des Flugs Lesen oder den Informationsfilmchen auf den großen Fernsehern gucken. Ätzend! Und noch schlimmer: die Flugzeugtoiletten. Ich hatte mir ja eigentlich gedacht seit meinem letzten längeren Flug (da war ich 12) könnte sich da ja was geändert haben, aber nix da: die werden immer noch mit so nem Sogdings gespühlt! Ahhh! Und was sich auch noch nicht geändert hat: heute wie vor zehn Jahren hab ich Angst vor dieser Spülung, wenn ich das Gerräusch hör, mein ich immer ich werd mit in die Toilette gesogen und fall dann untem ausm Flugzeug. Menno, was müssen Eltern auch ihren Kindern so nen Schmarrn beibringen wenn man noch klein ist (mit fünf, da bin ich das erste Mal geflogen...)

19.20h

Wir landen endlich in Doha (wow, dieses Lichtermeer über Doha is überwältigend!).

Ich brauch Kommunikation! Und zwar als aller erstes mal Internet, da es nur Telefone mit (katarischen) Karten gibt (hallo? 21. Jahrhundert? nicht jeder hat ne katarische Telefonkarte!). Gut, dass Samsung das Fehlen der Moderne an diesem Flughafen erkannt hat und 20 Computer mit Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Also ran und Beeilung, denn nach 10min wird man automatisch ausgeloggt (wie sollch ich in 10min meine sämtlichen email accounts checken, bei StudiVZ vorbei schauen und ne email an meine Lieben schreiben???). So, dringendstes Bedürfnis gestillt? Als nächstes? Postkarte von Katar kaufen (schließlich würd mir die Sophl sonst den Hals umdrehen!). Briefmarken? Gibt’s im Erdgeschoss sagt der nettte Herr vom Souvenirshop. Erdgeschoss? Da wo sich sämtliche Scheiche und vermummte Weibchen im Duty Free die Gucci-Taschen gegenseitg wegzuschnappen versuchen?? Menno, also gut... Einmal kurz nachegefragt: Briefmarken? Nee, die gibt’s nur im Souvenirshop im 1. Stock, sagt der nette Herr im Duty Free... ooooookay... Dann schick ich sie halt erst von Bali los, der Wille zählt (oder Sophie?)

Gut, jetz hab ich noch drei Stunden bis mein bereits verspäteter Anschlussflug geht. Was mach ich? Was Essen. Immer der Nase nach. Hmmm, eine riesen Schlange Richtung „Food Hall“. Was hat das zu bedeuten? Kein Schild, keine Hinweise. Also mal Beobachten: Da sitzt ein Typ und stellt Zettel für die anstehenden Leute aus. Nach 10min bin ich noch nicht schlauer und geh an der Schlange vorbei dirket an den Ausgabentresen. Einmal kurz nachgefragt, ob ich mich auch hätte anstellen müssen. Ja, hätte ich aber nur, um ein kostenloses Essen zu bekommen, wenn man Passagier ist, der auf einen Anschlussflug warten. Hmmm, bin ich. Aber die Schlange ist verdammt lang und ich hab Hunger. Also, geb ich dem netten Man 5 Dollar (der Kurs is ja grad eh so günstig) und krieg mein Essen gleich.

Und jetzt heißts warten, warten und... gegen die Müdigkeit ankämpfen! Und weil das mit einm Kaffee besser geht, hol ich mir bei Costa einen (warum gibt’s hier keinen Starbucks?). Und jetz die Frechheit: der kostet auch $5. Oh Mann, hätt ich mich lieber mal an der langen Schlange angestellt vorhin!

23.45h:

Endlich Boarding! Und diesmal hab ich einen Einzelplatz vor dem Notausgang in der Mitte der Maschine. Neben mir nur der Crew-Sitz für Start und Landung. Guter Platz! Aber: keine kleinen Bildschirme in den Sitzen sondern „main screenings“. Supi, die werden wohl kaum die zweite Häfte von Becoming Jane zeigen J

Na dann schlaf ich halt ne Runde. Oh, vorher gibt’s Abendessen. Hä? Um Mitternacht? Aber was solls. Dann schläft sichs besser. Parasympatikus und so, gelle!

Gut, also an Schlafen is dann doch nicht zu denken, denn trotz Decke, Kissen und Augenmaske kann ich im Sitzen einfach nicht schlafen. Oh Mann, derweil bin ich so müde, dass ich locker in einen Dornröschenschlaf fallen könnte!

Irgendwann muss ich dann wohl doch eingeschlummert sein (lags an „Fantastic Four - The Rise of the Silver Surfer“?). Jedenfalls schreck ich jäh hoch, als das Flugzeug anfängt zu Rütteln. Was is da los? Und schon hör ich den Captain durchsagen, seine Crew möge sich bitte setzen und alle sollen sich anschnallen, es gäbe leichte Probleme (is das der Code für: rettet euren Arsch, wir stürzen ab?). Gut, die Probleme war dann doch leichte, nämlich nur ein paar Luftlöcher und Ströme, die uns ordenltich durchgeschüttelt haben. Nach 10min war der Spuk vorbei, leider aber auch meine Müdigkeit. Adrenalin und Sympatikus sei Dank.

Also, tief durchhalten, zum 100. Mal die Sitzposition wechseln, Siderman 3, Shrek 3 und Friends anschauen, ein bißchen „Zusammen ist man weniger allein“ lesen und sich ärgern, dass man alleine fliegt, weil unkommunikativ! Als Deutscher will man sich auch nicht outen, weil man sich für die nörgelnden und unfreundlichen Landsmänner und -männinen (inkl. Österreicher und Schweizer) fremd schämt...

Es ist Donnerstag, 6 September, 18.20h Ortszeit:

Ich bin da! Zwar mit 2 Stunden Verspätung, meiner ersten Erfahrung mit einem balinesischen Klo (Stehklo!) und einem halben Herzinfarkt, weil mein Koffer einfach nicht auf dem Förderband erschein wollte (ist er dann nach einer knappen halben Stunde doch). Leise Zweifel beschleichen mich, ob Dewa (unser Fahrer) wohl so lange auf mich gewartet hat, oder ob er wieder zurück nach Hause ist.

Puh, er hat gewartet und da ist sogar noch wer dabei: Jan, Praktikant am EOC, war selber Student hier im letzten Wintersemester und ist unser Ansprechpartner Nummer eins. Gut, für mich, dass ich mit ihm im gleichen Haus wohne, kann ihn also immer sofort löchern, wenn ich was wissen muss ;-)

So, schnell Zeug auspacken und Duschen (kalt natürlich, Warmwasser gibts nicht), denn dann geht’s mit meinen sämtlichen Kommilitonen (soweit sie schon da sind) zum Abendessen in den nähsten Warung (kleines Lokal). Geld hatte ich noch keins abgehoben, aber die liebe Kathi hat mir ihr Restgeld mit auf den weg gegeben und dann konnte ich mein Essen (Mie Goreng und ein Wasser) auch bezahlen: 11.000 Rupiah, umgerechnet 86 Cent :-)

Die Leute sind hier echt nett, ich würd sagen, so gemischt (vom Charakter her) wie unser IM-Jahrgang in Deggendorf :-)

Und jetz: Schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaafen.