Es ist Dienstag, 11. September, 16.40h:
Geschafft von einem anstrengenden zweiten Tag Sprachkurs beschließt ein kleines Grüppchen (Kathi, Kathi, Steve, Hannes, Ivonne, Steffi, Rayana und Timo) in den Südwesten zu fahren, um in einem sehr alten Tempel den Feuertanz mit zu erleben (später mehr). Für mich wird es die erste „lange“ Rollerfahrt (25km) obwohl ich erst seit Samstag meinen kleinen Scheisser hab, der an jeder Ampel und jeder Kreuzung ausgeht. Ich bin dementstrechend nervös, erinnere aber nochmal alle, sich ne lange Hose und geschlossene Schuhe anzuziehen, denn die Balinesen sind mit ihren Tempeln und der Kleiderordnung (zu Recht) sehr pingelig. Dort angekommen merken wir schnell, dass unsere gesitte Kleidung völlig unnötig ist, da sich hier ausschließlich Touristen in ausschließlich beschmackloser Kleidung tummeln. Naja gut, wenigstens wir wissen, was sich gehört...
Der Tempel: Pura Luhur Ulu Watu
Der fast 1000 Jahre alte Felsentempel, der im 16. Jh. umgebaut und seither einige Male renoviert wurde, liegt an der Südwestspitze der Halbinsel 100 m über dem Meer, etwa 20 km von Jimbaran und Nusa Dua entfernt.
Das Tempelgelände darf nicht mehr betreten werden, aber ein schöner Weg führt auf der Klippe entlang.
Von hier aus hat man einen ausgezeichneten Blick und kann den Sonnenuntergang beobachten.
Der Tempel ist einer der sechs Haupttempel Balis, geweiht ist er der Göttin Dewi Danu, der Herrscherin über Meer und Seen, und bewohnt wird er von einer Affenfamilie. (Die echt frech sind, und sich alles schnappen, was nicht niet-und-nagel-fest ist; wenn man das Pech hat und sie einem etwas stibitzen, kann man es nur mit frischem Obst wieder bekommen).
Der Kecak ist eine balinesische Tanzform, bei der üblicherweise 50-100 männliche, mit einem schwarz-weiß-karierten Lendenschurz bekleidete Tänzer zum Einsatz kommen.
Diese bilden sitzend oder stehend einen Kreis. Mit wechselndem Tempo und Lautstärke rufen sie "Kecak Kecak Cak-a-Cak" während sie mit Armen und Händen beschwörende Bewegungen ausführen. Später treten noch andere Figuren in den Kreis der Tänzer.
Diese führen, untermalt vom Gesang des Sängers, das Epos auf. Wegen der affenartigen Laute und Bewegungen der Tänzer wird der Kecak oft auch als "Affentanz" bezeichnet.
In der heutigen Form existiert der Kecak erst seit ca. 1930. Die Idee zum Kecak stammt ursprünglich vom deutschen Maler Walter Spiess. Heute ist der Kecak eine beliebte Touristenattraktion.
Während des Kecaks können wir den schönen Sonnenuntergang an der Steilküste bestaunen. Nach dem einstündigen Spektakel, das sehr beeindruckend war, müssen wir uns nur noch einen Pfad durch die Masse an Japanern schlagen, die sich noch mit sämtlichen Darstellern einzeln fotografieren lassen (Touris, menno!!) und mit unseren Rollern heimtuckern. Weil uns unterwegs doch schon heftig der Magen knurrt halten wir an einem Warung („Warung Garlic“) und bestellen (auf Indonesisch!!) unser Essen. Der Kellner ist sehr nett und schwer begeistert, dass wir ein bißchen in seiner Landessprache mit ihm plaudern können...
mehr Bilder gibts hier
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