Ich versuchs noch einmal und verspreche diesmal zu versuchen regelmäßig und bis zum Schluß zu schreiben... Wir werden sehen.
Aber nun:
Ich bin da! Eeeeeeendlich! Also, so einen Flug um fast die halbe Erdkugel darf man echt nicht unterschätzen, vor allem wenn man alleine fliegt! Aber von vorn:
Es ist Mittwoch, 5 September, 11.00h
Ich verabschiede mich von meiner Mama und meiner Schwester am Flughafen München. (Terminal 2 is übrigens tausend mal schöner als Terminal 1 durfte ich feststellen!!) Nachdem ich mich bisher echt gut gemacht habe in Sachen Verabschieden (London war eine gute Schule!), sind dann doch noch die Tränen geflossen, aber mal ehrlich: wer schafft das ohne? (bitte bei mir melden und mir das Geheimnis verraten!) Aber es muss ja weitergehen, also rein in den Sicherheitscheck (puh, Handgepäck wird zum Glück nicht gewogen, sonst hätt ich gleich noch was da lassen müssen), durch die Passkontrolle (Visa wird gar nicht angeschaut?) und rein ins Flugzeug. Ein A330 mit einzelnen Fernsehen in den Rücksitzen (so ein Glück!), Platz am Fenster (was is, wenn ich ständig aufs Klo muss?) und einem nuschelnden Ami neben mir (Psychopat?). Is alles schon mal viel versprechend und nach einem kleinen Mittagessen (war das wirklich Hühnchen?) schalt ich mir gleich mal „Becoming Jane“ an. Und was passiert dann? Der blöde mini-Fernseher gibt mitten unterm Film den Geist auf!! Oh menno, jetz weiß ich nicht wie der Film ausgeht (man könnt sichs aber denken) und muss den Rest des Flugs Lesen oder den Informationsfilmchen auf den großen Fernsehern gucken. Ätzend! Und noch schlimmer: die Flugzeugtoiletten. Ich hatte mir ja eigentlich gedacht seit meinem letzten längeren Flug (da war ich 12) könnte sich da ja was geändert haben, aber nix da: die werden immer noch mit so nem Sogdings gespühlt! Ahhh! Und was sich auch noch nicht geändert hat: heute wie vor zehn Jahren hab ich Angst vor dieser Spülung, wenn ich das Gerräusch hör, mein ich immer ich werd mit in die Toilette gesogen und fall dann untem ausm Flugzeug. Menno, was müssen Eltern auch ihren Kindern so nen Schmarrn beibringen wenn man noch klein ist (mit fünf, da bin ich das erste Mal geflogen...)
19.20h
Wir landen endlich in Doha (wow, dieses Lichtermeer über Doha is überwältigend!).
Ich brauch Kommunikation! Und zwar als aller erstes mal Internet, da es nur Telefone mit (katarischen) Karten gibt (hallo? 21. Jahrhundert? nicht jeder hat ne katarische Telefonkarte!). Gut, dass Samsung das Fehlen der Moderne an diesem Flughafen erkannt hat und 20 Computer mit Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Also ran und Beeilung, denn nach 10min wird man automatisch ausgeloggt (wie sollch ich in 10min meine sämtlichen email accounts checken, bei StudiVZ vorbei schauen und ne email an meine Lieben schreiben???). So, dringendstes Bedürfnis gestillt? Als nächstes? Postkarte von Katar kaufen (schließlich würd mir die Sophl sonst den Hals umdrehen!). Briefmarken? Gibt’s im Erdgeschoss sagt der nettte Herr vom Souvenirshop. Erdgeschoss? Da wo sich sämtliche Scheiche und vermummte Weibchen im Duty Free die Gucci-Taschen gegenseitg wegzuschnappen versuchen?? Menno, also gut... Einmal kurz nachegefragt: Briefmarken? Nee, die gibt’s nur im Souvenirshop im 1. Stock, sagt der nette Herr im Duty Free... ooooookay... Dann schick ich sie halt erst von Bali los, der Wille zählt (oder Sophie?)
Gut, jetz hab ich noch drei Stunden bis mein bereits verspäteter Anschlussflug geht. Was mach ich? Was Essen. Immer der Nase nach. Hmmm, eine riesen Schlange Richtung „Food Hall“. Was hat das zu bedeuten? Kein Schild, keine Hinweise. Also mal Beobachten: Da sitzt ein Typ und stellt Zettel für die anstehenden Leute aus. Nach 10min bin ich noch nicht schlauer und geh an der Schlange vorbei dirket an den Ausgabentresen. Einmal kurz nachgefragt, ob ich mich auch hätte anstellen müssen. Ja, hätte ich aber nur, um ein kostenloses Essen zu bekommen, wenn man Passagier ist, der auf einen Anschlussflug warten. Hmmm, bin ich. Aber die Schlange ist verdammt lang und ich hab Hunger. Also, geb ich dem netten Man 5 Dollar (der Kurs is ja grad eh so günstig) und krieg mein Essen gleich.
Und jetzt heißts warten, warten und... gegen die Müdigkeit ankämpfen! Und weil das mit einm Kaffee besser geht, hol ich mir bei Costa einen (warum gibt’s hier keinen Starbucks?). Und jetz die Frechheit: der kostet auch $5. Oh Mann, hätt ich mich lieber mal an der langen Schlange angestellt vorhin!
23.45h:
Endlich Boarding! Und diesmal hab ich einen Einzelplatz vor dem Notausgang in der Mitte der Maschine. Neben mir nur der Crew-Sitz für Start und Landung. Guter Platz! Aber: keine kleinen Bildschirme in den Sitzen sondern „main screenings“. Supi, die werden wohl kaum die zweite Häfte von Becoming Jane zeigen J
Na dann schlaf ich halt ne Runde. Oh, vorher gibt’s Abendessen. Hä? Um Mitternacht? Aber was solls. Dann schläft sichs besser. Parasympatikus und so, gelle!
Gut, also an Schlafen is dann doch nicht zu denken, denn trotz Decke, Kissen und Augenmaske kann ich im Sitzen einfach nicht schlafen. Oh Mann, derweil bin ich so müde, dass ich locker in einen Dornröschenschlaf fallen könnte!
Irgendwann muss ich dann wohl doch eingeschlummert sein (lags an „Fantastic Four - The Rise of the Silver Surfer“?). Jedenfalls schreck ich jäh hoch, als das Flugzeug anfängt zu Rütteln. Was is da los? Und schon hör ich den Captain durchsagen, seine Crew möge sich bitte setzen und alle sollen sich anschnallen, es gäbe leichte Probleme (is das der Code für: rettet euren Arsch, wir stürzen ab?). Gut, die Probleme war dann doch leichte, nämlich nur ein paar Luftlöcher und Ströme, die uns ordenltich durchgeschüttelt haben. Nach 10min war der Spuk vorbei, leider aber auch meine Müdigkeit. Adrenalin und Sympatikus sei Dank.
Also, tief durchhalten, zum 100. Mal die Sitzposition wechseln, Siderman 3, Shrek 3 und Friends anschauen, ein bißchen „Zusammen ist man weniger allein“ lesen und sich ärgern, dass man alleine fliegt, weil unkommunikativ! Als Deutscher will man sich auch nicht outen, weil man sich für die nörgelnden und unfreundlichen Landsmänner und -männinen (inkl. Österreicher und Schweizer) fremd schämt...
Es ist Donnerstag, 6 September, 18.20h Ortszeit:
Ich bin da! Zwar mit 2 Stunden Verspätung, meiner ersten Erfahrung mit einem balinesischen Klo (Stehklo!) und einem halben Herzinfarkt, weil mein Koffer einfach nicht auf dem Förderband erschein wollte (ist er dann nach einer knappen halben Stunde doch). Leise Zweifel beschleichen mich, ob Dewa (unser Fahrer) wohl so lange auf mich gewartet hat, oder ob er wieder zurück nach Hause ist.
Puh, er hat gewartet und da ist sogar noch wer dabei: Jan, Praktikant am EOC, war selber Student hier im letzten Wintersemester und ist unser Ansprechpartner Nummer eins. Gut, für mich, dass ich mit ihm im gleichen Haus wohne, kann ihn also immer sofort löchern, wenn ich was wissen muss ;-)
So, schnell Zeug auspacken und Duschen (kalt natürlich, Warmwasser gibts nicht), denn dann geht’s mit meinen sämtlichen Kommilitonen (soweit sie schon da sind) zum Abendessen in den nähsten Warung (kleines Lokal). Geld hatte ich noch keins abgehoben, aber die liebe Kathi hat mir ihr Restgeld mit auf den weg gegeben und dann konnte ich mein Essen (Mie Goreng und ein Wasser) auch bezahlen: 11.000 Rupiah, umgerechnet 86 Cent :-)
Die Leute sind hier echt nett, ich würd sagen, so gemischt (vom Charakter her) wie unser IM-Jahrgang in Deggendorf :-)
Und jetz: Schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaafen.
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